Die laufenden taucharchäologischen Untersuchungen haben erste Erkenntnisse sowie erstes Fund- und Probenmaterial der Pfahlbaufundstellen beim Inseli im Nussbaumersee geliefert. Überrascht haben dabei laut Amt für Archäologie vor allem Funde, die aus dem Mittelalter stammen dürften und höchstwahrscheinlich mit den Anfängen der klösterlichen Tätigkeiten in Ittingen zusammenhängen.

Seit knapp drei Wochen sind im Nussbaumersee taucharchäologische Untersuchungen im Gange. Sie dienen unter anderem dazu, den Zustand der Pfahlbau-Fundstellen ums Inseli zu überprüfen. Die im Auftrag des Amtes für Archäologie eingesetzten Taucher sind dabei auf interessante Funde gestossen. Unter anderem haben sie Teile von jungsteinzeitlichen Gefässen, Geräten und Produktionsabfällen aus Fels- und Feuerstein oder Knochenabfälle gefunden.

Daneben wurde auch Holz geborgen, das nach weiteren Untersuchungen Informationen zur Datierung und Waldwirtschaft liefern soll. Am meisten überrascht haben die Archäologen neue Funde, die in Bezug zur späteren Geschichte des Nussbaumersees stehen – sie entsprechen zeitlich etwa dem Beginn der klösterlichen Tätigkeiten in Ittingen im hohen Mittelalter. Darunter finden sich Bruchstücke von Trinkgläsern und Ofenbestandteile.

Wurde auch im See gefunden: Verziertes Henkelgefäss mit Ausguss aus dem Mittelalter. Bild: Amt für Archäologie TG

Die gut erhaltenen Siedlungen des Nussbaumersees sind seit 2011 Teil des UNESCO-Weltkulturerbes Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen, was eine regelmässige Berichterstattung zu deren Zustand erfordert. Die Arbeiten im Natur- und Amphibienschutzgebiet sind mit den Bodenbesitzern sowie der Stiftung Seebachtal abgesprochen und von den zuständigen Behörden bewilligt. (tgk)

Karte: Die geografische Lage des Nussbaumersees


 Video zu den archäologischen Untersuchungen am Nussbaumersee