Nach sieben Monaten der Vorbereitung hatte das neue Stück „Hotel Gäx on the Beach" Premiere. Die acht Amateur-Schauspieler der Bildungsstätte Sommeri und der Improvisations-Profi Mario Müller ernteten das erhoffte Gelächter.

Von Inka Grabowsky

Das Stück beginnt mit einer schlechten Nachricht für die Gäste des Theaterdinners: Kaffee und Dessert seien gestrichen, verkündet der Hotelboy (Mario Müller) im Auftrag seines Chefs (Flurin Hobi). Das Hotel Gäx on the Beach sei pleite, deshalb müsse Salat zum Nachtessen reichen. Der Page überlegt schon, integratives Theater als neue Einnahmequelle anzubieten, als sich die Ereignisse überschlagen. Ein Mafiaboss (Haydar Cibooglu) fällt ins Hotel ein, um mit Hilfe seines Bodyguards (Roland Wepf) Schutzgelder zu erpressen. Zeitgleich erscheinen drei Schriftstellerinnen (Andy Ackermann, Berni Peter und Mario Müller), die eigentlich ihren neuen Krimi im Hotel vorstellen wollen und dann doch gegen die Mafia ermitteln. Diverse Missgeschicke später gibt es ein Happy End für das Hotel und damit die Essensgäste. Die Erpresser werden von der Frau des Paten (Claudia Kaufmann) nach Hause geholt, das Hausmädchen (Brigitte Huber) tut eine Geldquelle auf und die Essensgäste im Café der Bildungsstätte Sommeri bekommen doch noch Kaffee und Dessert.

Situationskomik vor Logik

Nicht immer ist es sinnvoll, sich während des Stücks nach dem „Warum" zu fragen. Besser ist es, sich zurückzulehnen und die Situationen einfach zu geniessen. Wenn die Zuschauer etwa im zweiten Akt beobachten können, welche geheimen Wünsche die einzelnen Protagonisten umtreiben, bringt das die Handlung kaum weiter. Es ist aber wahlweise berührend oder komisch anzusehen, wie sie zum Popstar oder Tanzkünstler mutieren. 

Besondere Herausforderungen

Das Leitungsteam des Comedy Expresses - Theaterpädagoge Peter Wenk, Regieassistentin Ambrosia Weisser und Co-Regisseur Mario Müller - stand bei der Entwicklung des Stücks vor einer spannenden Aufgabe. Nicht alle der Mitspieler können sich Texte merken oder überhaupt verbal ausdrücken. Dementsprechend ist es praktisch, dass ein Teil der Verwicklungen entsteht, weil die „Bösen" nur Russisch sprechen, das niemand versteht. Um die komplexe Handlung trotzdem für die Zuschauer durchschaubar zu machen, kommt Mario Müller auf der Bühne eine besondere Rolle zu. Er wiederholt, übersetzt, interpretiert die gespielte Situation. Tamara Pixner als Barkeeperin sind einige Pointen vorbehalten. Bei der Einleitung hilft eine prominente Stimme aus dem Off: Der Thurgauer Radiomoderator Reto Scherrer erklärt in einer launigen SRF1 Verkehrsmeldung, wer der Mafia-Pate eigentlich ist. So entsteht für die Zuschauer ein Spektakel, das auch durch musikalische Szenen unvergesslich wird. „Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett", der „Kriminaltango", vor allem aber „Feelings" (genutzt in einer Traumszene mit Haydar Cibooglu und Brigitte Huber als zärtlicher Engel) sorgen als Ohrwürmer für bleibende Erinnerungen.

Haydar Cibooglu und Brigitte Huber in der neuen Inszenierung des Comedy Express. Bild: Inka Grabowsky

Nächste Vorstellungen in Sommeri: Fr.  24. März, 20.00 Uhr (ohne Theater-Dinner) Fr.  31. März, 20.00 Uhr (ohne Theater-Dinner) Sa. 01. April, 18.30 Uhr (mit Theater-Dinner) Fr.  20. Oktober, 18.30 Uhr (mit Theater-Dinner) Sa. 21. Oktober, 18.30 Uhr (mit Theater-Dinner)

Video: So liefen die Proben zum Stück