frostlicht

frostlicht
| © Marcel Metzger

Im Februar, wenn es noch eisig kalt sein kann und die Bise einen tief in die Winterjacke schlüpfen lässt, erwarten einen beim Eindunkeln im Seepark Romanshorn unzählige kaltweiss leuchtende Tulpen. Sie sind aus dünnem Papier und stehen klamm in der eisigen Nacht. Sie deuten symbolisch bereits auf den kommenden Frühling hin, betonen mit dem kaltweissen Licht gleichzeitg die Eiseskälte des Winters. Gegensätze scheinen sich zu treffen.

Bewusst spielt die Lichtinstallation mit Widersprüchen. Die Lichter als Spiegel unserer Zeit fragen nach den wahren Werten unseres Lebens. Die Lichtinstallation regt an, zum Nachdenken, zum Innehalten, zum Staunen und Fantasieren, zum bewussten Wahrnehmen aller Sinne und Erspüren des Moments.

Denn die schnelllebige und sich im stetigen Wandel befindende Welt lässt uns nach Entschleunigung verlangen. Die steigende Komplexität von Alltag und Technik lässt uns nach Einfachheit sehnen. Die Installation schafft, durch die Reduzierung auf ein Element und gleichzeitiger Vervielfältigung dieses, ein harmonisches Bild und lässt den Moment in sich ruhen. Genauso zeigt sich die technische Umsetzung der Tulpen. Nur einfachste, handelsübliche Lichterketten, ein paar Holzstäbe, Lautsprecherkabel und Papier. Dafür viel Zeit und Handarbeit für deren Entstehung.

Einst waren echte Tulpen, kostbare Raritäten, heute sind sie günstige Massenware. Im Gegensatz dazu scheint die eisige Kälte immer mehr zur Seltenheit, Eis zum kostbaren Gut zu werden. Die stundenlange Handarbeit, die es zur Fertigung der Papiertulpen und Lichter gebraucht hat, verdeutlicht den eigentlichen Wert dieser Installation.

Die Papiertulpen trotzen stoisch jedem Wetter, wirken zart und zerbrechlich. Sie scheinen ewig zu blühen und doch werden sie langsam welken. Als Zitat für die Schönheit der Natur, als Symbol für die Vergänglichkeit der Schönheit. Unsere Suche nach dem ewigen Leben, der ewigen Blüte, wiederspiegelt sich in den Papiertulpen die langsam welken.

Das stetige Ersetzen der Batterien wirkt diesem Prozess der Vergänglichkeit entgegen, ein Versuch die Tulpen am Leben zu halten.

Ein Gemeinschaftswerk mit der Abteilung Integrationsmassnahmen von BRÜGGLI in Romanshorn.
Mit freundlicher Genehmigung der Stadt Romanshorn.

Mehr Infos:

marcelmetzger.ch

Kontakt Veranstalter:

Marcel Metzger
info@marcelmetzger.ch
www.marcelmetzger.ch

Veranstaltungsort:

Seepark Romanshorn
Schlossbergstrasse 26
8590 Romanshorn

Öffnungszeiten:

Die Lichtinstallation ist für Spaziergänger vom 1. bis 27. Februar 2021 rund um die Uhr im Seepark Romanshorn zwischen Minigolfanlage und dem Hotel Inseli frei zugänglich. Die Tulpen leuchten jeweils von 17 - 23 Uhr.

Die Installation darf mit Achtsamkeit und Respekt durchquert werden. Sie dient der Freude und der ästhetischen Auseinandersetzung mit dem Aussenraum.

Während nachts fast nur die einzelnen Tulpenblüten zu sehen sind, wird tagsüber auch die technische Konstruktion erkennbar sein.

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