Preisverleihung Weinfelder Buchpreis 2022

Preisverleihung Weinfelder Buchpreis 2022

Im Rahmen der Weinfelder Buchtage wird 2022 zum zweiten Mal der Weinfelder Buchpreis verliehen. Die Auszeichnung prämiert ein im vergangenen Jahr erschienenes Werk einer Schweizer Autorin oder eines Schweizer Autors. Der Sinn davon ist, noch weniger bekannte Schrifsteller:innen in den Fokus des Literaturbetriebs zu rücken und ihnen eine finanzielle Unterstützung hinsichtlich ihrer Arbeit zu bieten.

Der Preis ist mit 4000 Franken dotiert und wird von der Buchhandlung klappentext in Weinfelden gestiftet. Die Jury besteht aus Studierenden des Master-Studienprogramms Deutsche Literatur: Theorie – Analyse – Vermittlung (TAV) des Deutschen Seminars der Universität Zürich. Der relativ neue Studiengang bietet eine Schnittstelle zwischen universitärer Literaturwissenschaft und kulturbetrieblicher Praxis.

Nominiert sind:

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Andri Bänziger・Gegen Gewicht
Wie klarkommen mit der Welt und wie klarkommen damit, Mutter einer Tochter mit Beeinträchtigung zu sein? »Ich fühlte mich, als sähe ich Aliena zum ersten Mal, als sähe ich sie wirklich, auf kleinen Pickeln kam sie meine Mauer hochgeklettert, mit jedem Einschlag barst der Beton, und als sie oben war, konnte ich sie sehen in ihrer Ganzheit, und ihre Schönheit drückte so schwer auf mich, dass es schmerzte, ich fühlte es in der Kehle, ich fühlte es in der Brust, im Bauch, in den Beinen, Steine fielen nieder, krachten, Beton, der aufbricht.« 

Andri Bänziger, 1992 geboren in Mötschwil, studierte Literarisches Schreiben am Literaturinstitut in Biel. Arbeitete in einer Leimfabrik, für Coop in der Früchte+Gemüse-Abteilung und als Betreuer für Menschen mit Beeinträchtigung. In seiner Freizeit liegt er oft im Bett und schaut an die Decke. Er lebt in Biel.


Rebecca Gisler・Vom Onkel
Früher, wenn der Onkel Indianerschmuck und Piratenschwerter gebastelt hatte, waren sie wie drei Kinder, hier im Garten, den ganzen Sommer lang. Jetzt pfeift der Onkel aus allen Löchern und Nichte und Neffe haben kurzerhand beschlossen, in das weisse Haus mit den blauen Läden zu ziehen. Eine WG in der Bretagne, am Ende der Welt. Nach und nach breitet sich eine ungemütliche Familienlandschaft aus. Ein flimmerndes, vielschichtiges, berührendes Debüt, das mit originellen Figuren besticht und durch seinen rhythmischen Atem einen starken Sog auslöst.

Rebecca Gisler, geboren 1991 in Zürich, studierte am Literaturinstitut in Biel und absolvierte den Master-Studiengang Création littéraire an der Universität Paris 8. Sie schreibt auf Deutsch und auf Französisch. Sie ist Mitorganisatorin der Reihe Teppich im Literaturhaus Zürich. Sie lebt in Zürich und Paris.


Sarah Elena Müller・Culturestress
Von toxischer Mäuslichkeit befallene Nager und auseinanderdriftende Pilgerinnen bevölkern die Welt, Ovarienflüsterer und Dämoninnen. Das klingt wie das Bestiarium einer Fantasiewelt. Ist es aber nicht. Weder sind die Figuren besonders allegorisch, noch ist die Moral so klar an ihrem Platz. Vielmehr schickt die Autorin das Figurenpersonal als literarische Sonden in einen Alltag, der uns nur zu vertraut ist. Die immer schon inbegriffene Endzeit schwelt unter der Wochenendweiterbildung oder am Klassentreffen. Ein Text mit kuriosem Blick und scharfer Klinge!

Geboren 1990, arbeitet seit ihrem Abschluss in Fine Arts an der Hochschule der Künste Bern spartenübergreifend in den Bereichen Literatur, Musik, Virtual Reality, Hörspiel und Theater. Sie schreibt regelmässig Kolumnen in der Tageszeitung Der Bund und leitet das Projekt Meine Sprache und Ich.


Rebekka Salm・Die Dinge beim Namen
Ein Dorf wie viele andere: Es gibt eine Selbstbedienungstankstelle, einen Dorfladen und einen Haufen Einfamilienhäuschen. Etwas ausserhalb wohnt die schöne Chantal, die eigentlich anders heisst und von Berufes wegen zu viel weiss. Die Kirche ist leer, das Wirtshaus voll. Die Dorfmusik probt über dem Magazin der Feuerwehr. Der pensionierte Dorfpolizist Lysser hütet ein dunkles Geheimnis – und der Vollenweider schreibt das alles auf.

Zwölf Dörfler geben Einblicke in ihr Leben und mehr noch in das der anderen – in flüchtiges Glück und ängstlich gehütete Geheimnisse.

Wohnhaft in Olten, studierte Islamwissenschaften und Geschichte in Basel und Bern, arbeitet als Texterin, Moderatorin und Erwachsenenbildnerin. 2019 gewann sie den Schreibwettbewerb des Schweizer Schriftstellerwegs. Ihre Siegergeschichte ist im Buch Das Schaukelpferd in Bichsels Garten (2021) erschienen.

 

Noemi Somalvico・Ist hier das Jenseits, fragt das Schwein
Seit ein paar Wochen ist Schwein allein. Trübe blickt es aus dem Fenster. Irgendwo hinter diesem Himmel wird noch ein Himmel sein und dahinter noch einer. Gut, dass Dachs einen Apparat erfunden hat, mit dem sich in Gottes Wohnung wechseln lässt. Dort sitzen sie dann, mit dem Schöpfer am Küchentisch und zitternd nimmt etwas seinen Anfang. Ist hier das Jenseits, fragt Schwein erzählt vom Glück, Verbündete zu finden. Von Fernweh und der Sehnsucht nach dem Bekannten. Vom Diesseits, vom Jenseits und den wunderlichen Weiten dazwischen.

Geboren 1994 in Solothurn, studierte Literarisches Schreiben in Biel, contemporary arts practice in Bern und ging allerlei Beschäftigungen nach. Sie arbeitete für den Film, in Schulen, an Empfängen. Ihre Erzählungen und Lyrik wurden in Zeitschriften und Anthologien abgedruckt, im Dunkeln performt und im Radio vorgelesen. 

Die Preisverleihung findet um 18 Uhr statt.

Das ganze Festival-Programm auf thurgaukultur.ch

Kontakt Veranstalter:

Departement für alles und nichts
0792874201
i@allesnichts.ch
allesnichts.ch

Veranstaltungsort:

Theaterhaus Thurgau
Lagerstrasse 3
Postfach 386
8570 Weinfelden
www.theaterhausthurgau.ch

Vorverkauf / Reservation:

Lesungen im Rathaus:
reservation.ticketleo.com

Lesungen im Theaterhaus Thurgau:
reservation.ticketleo.com

Festivalpässe:
reservation.ticketleo.com

Ticketpreise:

Einzeleintritt: CHF 25.-
Jugendliche bis 16 gratis
Geschichte-Herbst: CHF 6.-

Tagespässe:
Do und Fr CHF 50-.
Sa CHF 50-
So CHF 50.-
Goldpass CHF 90.-

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