Lara Stoll und der Fluch der 127 Millionen

Lara Stoll und der Fluch der 127 Millionen
Verantwortlich für die neue SRF-Serie «Advent, Advent» (von links): Natascha Beller (Regisseurin), Gabriel Vetter, Lara Stoll und Patrick_Karpiczenko (Regisseur). | © SRF/Samuel Schalch

Die im Thurgau aufgewachsene Kabarettistin Lara Stoll spielt in einer neuen SRF-Serie eine Dorfpolizistin. Warum sie ihr erster Fall unbedingt in den Thurgau führen sollte.

Es ist ein Plot, wie ihn sich Fernsehredaktoren nicht klischeehafter am Schreibtisch ausdenken könnten: „Die tablettenabhängige Dorfpolizistin Nico Halter hat kein gutes Verhältnis zur Weihnachtszeit. Normalerweise verbringt sie diese deshalb fernab in Indien. Nicos diesjährige Reisepläne werden jedoch von einem Todesfall auf dem Weihnachtsmarkt durchkreuzt. Dieser zwingt sie, sich ihrem persönlichen Trauma zu stellen.

Mordfälle in einem weihnachtlichen Milieu, ein ungewöhnlicher Partner und Entzugserscheinungen begleiten Nico dabei, dem Geheimnis ihrer Vergangenheit auf die Spur zu kommen.“ Ja, so klingt das, wenn Fernsehleute mal was Schräges, irgendwie total Abgefahrenes machen wollen. 

Man müsste also diese neue SRF-Serie „Advent, Advent“ nicht weiter beachten, wenn, ja wenn da nicht diese bemerkenswerte Besetzungsliste wäre: Die Rolle der suchtgeplagten Polizistin übernimmt die wunderbare Lara Stoll, ihr „ungewöhnlicher Partner“ wird der famose Gabriel Vetter.

Beide sind Garanten dafür, dass aus der als „Krimiparodie“ angekündigten Serie tatsächlich auch eine Krimiparodie werden könnte. Noch bis 13. März laufen die Dreharbeiten zum Vierteiler in und um Zürich. Die Ausstrahlung ist in der Adventszeit 2020 geplant.

Die Strafe für Ideen: Schweigehaft im Kloster!

Nach bisher unbestätigten Gerüchten wird einer ihrer Fälle das Ermittlerpaar auch in den Thurgau führen. Hier sollen sie das Rätsel um den sagenumwobenen Fluch der 127 Millionen Franken lösen. Ein ungewöhnlicher Fall: Die 127 Millionen wurden nicht gestohlen, sondern sie waren plötzlich da. Lagen rum, waren frei verfügbar.

Und keiner traute sich, sie anzurühren. Weil sie angeblich mit einem schlimmen Fluch belegt sind: Wer auch immer auch nur eine Idee entwickelte, was man mit dem Geld anfangen könnte, dem drohte lebenslanger Aufenthalt in einer Mönchsklause. Wahlweise abzusitzen in der Kartause Ittingen oder im Kloster Fischingen. 

Dieses Risiko war natürlich selbst den sonst so anpackenden Thurgauer Politikern zu gross: Zum Schutze vor sich selbst und selbstverständlich nur zum Besten des Kantons beschlossen sie, das Geld erstmal wegzusperren. Weil, was man nicht sieht, ist eigentlich auch nicht da. Und dann muss man schon nichts machen. Klassische Thurgauer Logik.

Sechs Jahre ist das nun her. Inzwischen dämmert allen: So geht es nicht weiter. Das Geld darf nicht ewig vergammeln. Wird ja auch nicht mehr, wenn es so faul in der Chill-Out-Zone abhängt.

Wird Lara Stoll den Fluch in Rotwein ertränken?

Deshalb sollen Stoll und Vetter den Fall jetzt für immer lösen. Die Frage ist: Wird es ihnen gelingen? Und wie werden sie dabei vorgehen? Wird Nico Halter alias Lara Stoll den Fluch in ganz viel Rotwein ertränken? Wird Gabriel Vetter den Wächter des Fluchs zu Tode quatschen? Wird es ihnen gelingen das Geld aus der Untätigkeit zu befreien und zu sinnsftitenden Zwecken einzusetzen? Und was, wenn sie scheitern? Werden Stoll und Vetter dann auf ewig in einer Thurgauer Mönchsklause versauern? Fragen über Fragen. Wir haben noch keine Antworten.

Deshalb: Schalten Sie auf jeden Fall ein. Im Advent 2020: „Lara Stoll und der gemeine 127-Millionen-Fluch!“ in Ihrem Lieblingssender SRF! 

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