26.11.2020

Fremde Heimat

Fremde Heimat
«Das Schreiben hat immer seinen Platz gesucht»: Der in Zürich lebende Schriftsteller Thilo Krause | © Dirk Skiba

Freundschaft, Fernweh, Heimweh, Melancholie: In Thilo Krauses Debütroman „Elbwärts“ stecken die grossen Themen der Menschheit. Im digitalen Gespräch mit Judith Zwick erklärt der in Zürich lebende Autor die Entstehung der Geschichte.

Eigentlich wäre Thilo Krause am 26. November zu Gast im Literaturhaus Thurgau gewesen. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Debüts. Der erste Roman“ wollte er seinen Erstlings-Roman vorstellen. Wegen Corona wurde die Veranstaltung abgesagt – und findet nun digital statt. Judith Zwick stellt ihre Fragen schriftlich, Thilo Krause antwortet in Ton darauf – und liest drei Passagen aus „Elbwärts“. Viel Vergnügen! (Lesedauer: 10 Minuten, mit Anhören aller Audiodateien: 55 Minuten)

Herzlich willkommen, liebe Leserinnen und Zuhörer, im virtuellen Raum bei thurgaukultur.ch. Wir freuen uns, dass Sie sich erneut zugeschaltet haben.

Heute wollen wir Ihnen den Debütroman „Elbwärts“ vorstellen, der in diesem Jahr am 17. August im Hanser Verlag erschienen ist. Es ist uns eine grosse Freude, lieber Thilo Krause, dass wir unsere Lesung und dieses Interview, welches heute eigentlich im Literaturhaus Thurgau hätte stattfinden sollen, einfach hierher verlegen konnten. Denn Sie arbeiten in Ihrem Haupt- oder Brotberuf als Wirtschaftsingenieur in einer sensiblen Infrastruktur und sind dazu angehalten, derzeit möglichst nicht auf Reisen zu gehen.

Danke, dass Sie jetzt auf diese Weise hier bei uns sind!

Wie geht es Ihnen?

thurgaukultur.ch · Thilo Krause antwortet und redet über den Lockdown (Teil 1)
 
 

„Ich habe den Leuten, die den Lockdown als Chance sehen, als eine Art Besinnung aufs Wesentliche nie richtig glauben können.“

Thilo Krause, Autor

Für das Interview habe ich es mir hier heute Abend an meinem Schreibtisch in Konstanz gemütlich gemacht. Vor mir an der Wand hängt das Gedicht „BITTE“ von Hilde Domin, Fotos, die wie aus der Zeit gefallen scheinen und eine kleine Reihe mit Lieblingsbüchern.

Wo sitzen Sie gerade? An Ihrem heimischen Schreibtisch, an dem auch Ihr Roman entstanden ist oder gehören Sie zu jenen Autoren, die an den verschiedensten Orten arbeiten? Und worauf fällt Ihr Blick?

thurgaukultur.ch · Thilo Krauses Blick und warum er viel von unterwegs schreibt (Teil 2)
Thilo Krauses Blick auf die Zürcher Vorstadt. Bild: Thilo Krause

 

„Wenn es nicht zu kalt ist, bin ich auf einem Hügelzug zwischen der Zürcher Vorstadt und Rümlang unterwegs.“

Thilo Krause, Autor

Wo Thilo Krause spaziert: auf einem Hügelzug zwischen der Zürcher Vorstadt und Rümlang. Bild: Thilo Krause

 

Sie leben in Zürich, stammen ursprünglich aber aus Sachsen in Deutschland. Und wenn ich richtig gelesen habe, dann haben Sie Ihre Heimatstadt Dresden vor etwa 20 Jahren verlassen. Vielleicht in aller Kürze: Wo hat es Sie unterdessen hingezogen und seit wann leben Sie in der Schweiz?

«Ich habe das multikulturelle Umfeld immer sehr genossen. Jetzt wohnen wir in der Zürcher Vorstadt, Richtung Flughafen.»

Thilo Krause, Autor

 

Sie sind, wie Ihre Kollegin Ulrike Almut Sandig, die wir hier zu Gast hatten, ebenfalls kein literarischer Debütant, sondern seit vielen Jahren als Lyriker bekannt, wurden als solcher vielfach ausgezeichnet. Hier in der Schweiz kennt man Sie sicherlich bereits seit Ihrem lyrischen Debüt mit dem Gedichtband „Und das ist alles genug“, für den Sie 2012 direkt mit dem Schweizer Literaturpreis geehrt wurden.

2016 folgten der Clemens-Brentano-Preis und der ZKB Schillerpreis für Ihren zweiten Gedichtband „Um die Dinge ganz zu lassen“. Danach wechselten Sie zum Hanser Verlag, der 2018 Ihr drittes Buch herausbrachte („Was wir reden, wenn es gewittert“), welches einmal mehr ausgezeichnet wurde (Peter-Huchel-Preis). Und jetzt haben Sie 2020 mit Ihrem Roman-Erstling "Elbwärts" den Robert-Walser-Preis erhalten; einen renommierten internationalen Literaturpreis, der alternierend alle zwei Jahre an Erstlingswerke in Prosa in deutscher und französischer Sprache vergeben wird.

Wie haben Sie persönlich den Auftakt Ihres Romandebüts erlebt? Konnte der Preis Sie etwas über die vielen ausgefallenen Lesungen hinwegtrösten und für ein gebührendes Echo bei Medien und Lesepublikum sorgen?

«Der Walser-Preis war ein grosses Geschenk, eine grosse Freude. Ich habe ihn schon vor Erscheinen von „Elbwärts“ erhalten, was mir die Nervosität, die mit jedem Buch verbunden ist, genommen hat.»

Thilo Krause, Autor

 

Begründung der Jury für den Robert-Walser-Preis

„Krause erzählt auf höchst eindringliche und sprachlich stimmige Weise von der Rückkehr an den zugleich vertrauten und fremd gewordenen Ort der Kindheit im Elbsandsteingebirge nahe der tschechischen Grenze und von der unvermeidlichen Konfrontation mit einem die Existenz überschattenden, in Schweigen eingemauerten Jugendtrauma. In Bildern von grosser dichterischer Intensität gelingt es Krause, das Eintauchen-Wollen in eine unwiederbringlich verlorene, nicht mehr zu berichtigende Vergangenheit sinnlich fassbar zu machen.“

Wenn wir jetzt zu „Elbwärts“ kommen, dann würde ich gerne, noch ehe wir etwas über die Geschichte verraten, direkt mit einer Lesung beginnen. Und am allerliebsten mit dem Anfang Ihres Romans. Wären Sie damit einverstanden?


Herzlichen Dank!

Rückkehr in die Landschaft der Kindheit

Ein Ich-Erzähler, der auch weiterhin namenlos bleibt, kehrt also nach Jahren zurück in die Landschaft seiner Kindheit: an die Elbe, in die Sächsische Schweiz. Wir wissen nicht sehr viel über den jungen Mann von etwa Mitte 30 Jahren, aber sehr schnell wird deutlich, dass er sich – aus noch diffusen Gründen – nach seinem alten Heimat:ort sehnt. Und ich schreibe dieses Wort deshalb so, weil seine Sehnsucht zu Beginn tatsächlich ganz stark auf diesen Ort, diese Landschaft bezogen scheint.

Es zieht und drängt ihn also zurück und aus diesem Heimweh heraus hat er in gewisser Weise auch seine Freundin samt kleiner Tochter „hierhergeredet… in dieses Haus, in diese Räume. Das war die Zeit in der Christina schwanger war und ich mich an der Idee des Himmels berauschte, weit und hoch über den Kornfeldern meiner Kindheit. In diesen Momenten wurde ich lebendig, am Ende jeden Tags, in der halben Stunde im Bett nebeneinander, wenn ich redete und redete. Dann verblassten das Land und die Stadt um uns. Dann verblasste das Gefühl der Fremdheit.“

Nostalgie und Heimweh

Nostalgie und Heimweh auf der einen Seite und das Gefühl von Fremdheit auf der anderen, diesen Zustand kennt sicherlich jeder von uns. Herr Krause, waren Sie in solchen Momenten schon einmal in Versuchung, an Ihren Heimatort, in die Sächsische Schweiz zurückzukehren? Unsere Erinnerung ist ja mitunter ein sehr unzuverlässiger Ratgeber.

«Ich kenne die Sächsische Schweiz wie meine Westentasche. Wochenweise bin ich dort im Busch verschwunden. Trotzdem bin ich ein Stadtkind.»

Thilo Krause, Autor

 

Blick in die Sächsische Schweiz, Thilo Krauses Heimat. Bild: Thilo Krause


Was von der Heimat übrig bleibt

Was Heimat ist und was von ihr übrig bleibt. Das ist eine Fragestellung, um die der Roman immer wieder kreist und über die wir später nochmals sprechen werden.

Es sind aber nicht nur nostalgische Gefühle, die den Ich-Erzähler drängen zurückzukehren. Es sind nicht nur die „Apfelbäume“ und der „Himmel“ – wie er es seine Freundin Christina lange Zeit glauben lässt. Sondern es geht vor allem um eine verflossene Freundschaft aus Kindertagen und eine damit verbundene Schuld. Eine vermeintliche Schuld, die sich der Ich-Erzähler aufgebürdet und die ihm in gewisser Weise ein Kindheitstrauma beschert hat.

„Ich habe Vito wiedergefunden, als Christina schwanger war“, heisst es im Roman. „Ich sass schlaflos am Computer und suchte alte Klassenkameraden. In diesem Wust aus Vergangenheit erschien mir Vito wie ein blasser Heiliger.“

Eine Freundschaft fürs Leben

Was ist das für eine Freundschaft, von der Sie uns erzählen? Was verbindet die beiden 13jährigen Jungs und was trennt sie schlussendlich – kurz vor dem Mauerfall und dem Ende der DDR?

«Während manche ihrer Klassenkameraden sich ins Lernen stürzen oder in diverse Hobbies, gehen die beiden im Erleben der Landschaft auf.»

Thilo Krause, Autor

thurgaukultur.ch · Thilo Krause über seinen Roman Elbwärts (Teil 6)


Diese Freundschaft ist eigentlich der Hauptgrund für die Rückkehr, auch wenn sich der Ich-Erzähler dies erst so nach und nach eingesteht. Und dementsprechend nimmt sie auch im Roman den grössten erzählerischen Raum ein.

Andere Figuren und Konstellationen hingegen, wie beispielsweise Christina und die kleine Familiensituation, bleiben erzählerisch im Hintergrund, fast unsichtbar oder lediglich angedeutet. Wie würden Sie diesen Ihren erzählerischen Ansatz beschreiben? Und wie gelingt es, trotz der Aussparungen, den Leser nicht zu verlieren?

«Ich habe grosses Vertrauen in die Empathie des Lesers.»

Thilo Krause, Autor


Rückkehr in eine fremdgewordene Heimat

Mit der Rückkehr ins Nachbardorf seiner Kindheit kommt der Ich-Erzähler allerdings dennoch nicht an. Zum einen gehen seine idyllischen Vorstellungen nicht auf, weil ihm vieles fremd geworden ist: Die lauernden Nachbarn hinter den Fenstern, die Glatzen und Nazis, die sich ausgebreitet haben. Und zum anderen fehlt ihm lange Zeit schlicht der Mut, Vito, den Freund aufzusuchen.  Vielleicht weil man immer nur darüber geschwiegen, die Geschehnisse nicht aufgearbeitet hat.

Das alles führt dazu, dass sich der Ich-Erzähler verliert: Er vernachlässigt die Renovierung des Hauses, den Garten, seine Beziehung zu Christina, die ihn irgendwann auch verlässt, weil sie sein Getriebensein, sein Wühlen in der Vergangenheit nicht mehr aushalten kann: Er selbst streunt durch die Wälder oder zu den Felsen hinauf, in die er einst mit Vito geklettert ist und die ein durchgängiges Motiv im Roman bilden.

Felsen in der Sächsischen Schweiz. Bild: Thilo Krause

Erinnerungen, Erzählstücke und Gegenwartsverlust

„Vorwärts und rückwärts kann ich von hier oben schauen. Auf der einen Seite das Haus, wo Christina jetzt die Kleine ins Bett bringt. Auf der anderen Seite das Dorf meiner Kindheit“… Alles fällt durcheinander. Vito, der jetzt unten an der Elbe wohnt, Christina, die Kleine, gestern, heute.“ 

Und das, was hier anklingt, nämlich der Gegenwartsverlust, in den er gerät, entspricht in gewisser Weise auch Ihrem poetischen Programm. Denn Sie arbeiten mit Nähe und Distanz, mit Vor- und Rückblenden, mit aneinander gereihten Erzählstücken und wechselnden Zeitebenen, sodass die Gegenwart und die Vergangenheit auch für den Leser zu mäandern beginnen.

Dieses Konstruktionsprinzip fasziniert mich, weil es einen ungemeinen Sog bei mir als Leserin ausgelöst hat: Wie haben Sie das entwickelt beziehungsweise wie sind Sie beim Schreiben vorgegangen, wie habe Sie den Roman so nach und nach gebaut?

«Ich selbst habe immer versucht, beim Schreiben die Strömung zu spüren, ob es mich weiterzieht. Als Autor hat man es da nicht einfach.»

Thilo Krause, Autor

thurgaukultur.ch · Thilo Krause über seine Arbeitsweise (Teil 8)

Der Schlüsselmoment für den Roman

Nun gibt es ja tausenderlei Schlüsselmomente für die Geburt oder sagen wir es nüchterner – für die Entstehung eines Romans. Alles beginnt mit einer Verdichtung, einem „Faszinosum“ – wie es der Schriftsteller Hanns-Josef Ortheil nennt, das den Autor packt. Das mag ein Bild sein, eine Landschaft, eine Figur, der man zu folgen beginnt. Eine Szene, ein Satz – irgendetwas, was in einem zu wuchern beginnt.

Was war der erste Impuls, der Sie bewegt hat, mit dieser Geschichte zu beginnen?

«Für mich entspringt alles aus der Sprache. Ich muss einen Ton präsent haben, eine Stimme hören, als würde jemand aus dem Text heraus zu mir sprechen.»

Thilo Krause, Autor


Vielleicht wäre jetzt ein guter Moment, unseren Zuhörerinnen und Zuhörern nochmals einen kurzen Ausschnitt vorzulesen aus diesem Roman, dessen Sprache, Klang, Bilder und Motivwahl etwas über die lyrische Heimat seines Autors verraten.

thurgaukultur.ch · Thilo Krause liest aus «Elbwärts» (Teil 2)


Herzlichen Dank.

Heimat ist an keinen Ort gebunden

Wir haben es zu Beginn bereits gesagt: ein grosses Thema des Romans ist Heimat. Und der Ich-Erzähler muss eigentlich in einem sehr schmerzhaften Prozess lernen, dass es seine alte Heimat so nicht mehr gibt, dass ihn dieser Ort bei aller Verbundenheit befremdet und es vielmehr die Beziehungen sind, seine Freundschaften, die ihn tragen, die ihn von der Last der Vergangenheit befreien und zurück in die Gegenwart holen.

Wie kommt es zu dieser Einsicht und welche Rolle spielt das Elbhochwasser im Hinblick auf den sich allmählich vollziehenden Wandel beim Ich-Erzähler?

«Das Elbhochwasser dramatisiert den Lernprozess des Ich-Erzählers. Die Dinge spitzen sich zu. Er sorgt sich um Vito. Um ihn herum versinkt die Welt in Chaos.»

Thilo Krause, Autor


Melancholische Mischung aus Heimweh und Fernweh

Trotz dieser Erkenntnis bleibt und schwebt über dem Roman eine ganz einzigartige melancholische Mischung aus Heimweh UND Fernweh. Eine Spannung, die auch abschliessend nicht ganz aufgelöst wird und ihre Parallele findet in den vielen entgegengesetzten Bewegungen, die sich innerhalb der Geschichte vollziehen: erinnern und verschwinden, fliehen und ankommen, gehen und bleiben.

Ist Ihr Roman auch eine Art persönliche Hommage an die wunderbare Landschaft Ihrer alten Heimat und zugleich ein Eingeständnis der politischen Entfremdung? Oder anders gefragt: Auf was würden Sie blicken, wenn Sie von diesem Felsenriff aus heute auf Sachsen und Ihre Heimatstadt Dresden blickten?

«Diese Sicht auf „Elbwärts“ mag ich sehr. Vielen Dank! Ich wollte nochmals spüren, wie es ist, mit wenig Gepäck unterwegs zu sein, barfuss zu klettern und abends ein wenig betrunken in den Sternenhimmel zu schauen. Das ist die Hommage an den weiten Horizont dieser Landschaften.»

Thilo Krause, Autor


Mit dem Mauerfall kam es zu einem radikalen Systemwechsel

Sie waren 12 Jahre als die Mauer fiel und sich von einem Tag auf den anderen ein radikaler Systemwechsel in Politik, Kultur und Alltag vollzog und in dessen – insbesondere auch psychische – Tragweite, wir Westdeutsche uns vermutlich gar nicht wirklich einfühlen können. Ganz leise nur klingt diese Erfahrung – die ja auch eine Form des Heimatverlustes ist – an einigen Stellen im Roman durch:

„Da waren Landschaften, die sich mir eingebrannt hatten … die Schulzeit auf der Schneide von einem System und dem nächsten. Ein ganzes Labyrinth vergangener Dinge, durch das ich irrte und bald auch Christina…Irgendwann ist man durch und dann beginnt etwas Neues, aber alles, was wir absassen, war unser Leben.“

Eine Traurigkeit über Verlust von Gemeinschaft

Mir fiel beim Lesen immer wieder die Rede von Ex-Bundespräsident Joachim Gauck ein, der anlässlich des 30. Jahrestages der Wiedervereinigung von einer „kaum zu erklärenden Traurigkeit“ sprach und damit ein Verlust beschrieb, der sich nicht auf die Staatsform DDR bezog, sehr wohl aber auf eine Form von Gemeinschaft.

Haben Sie ähnliche Gedanken zum Jahrestag beschäftigt und steckt auch etwas von dieser Melancholie in Ihrem Buch?

«Man muss sich fragen, was das für eine Art oder Form von Gemeinschaft war. Ich weiss, dass es viele Leute gibt, die sagen, in der DDR, da hat man sich geholfen. Aber was war der Antrieb dazu? Der Antrieb war meiner Meinung nach der materielle Mangel. Um zu überleben, musste man ein Beziehungsnetz pflegen, das einen irgendwie trug.»

Thilo Krause, Autor

 


Home is where one starts from

„Home is where one starts from“, schreibt der amerikanische Lyriker T.S. Eliot. „Heimat ist, wovon wir ausgehen.“ Und in diesem Bild steckt Ursprung und Bewegung zugleich. Und vermutlich ist Heimat tatsächlich mehr eine Suche als eine Bleibe, mehr Weg als Ziel. Und gerade das macht den melancholischen Klang des Begriffes aus, dem Sie in Ihrem Roman Raum geben.

Dürfen wir vielleicht zum Abschuss noch einige wenige Zeilen hören?  

thurgaukultur.ch · Thilo Krause liest aus «Elbwärts» (Teil 3)


Lieber Herr Krause, haben Sie herzlichen Dank für dieses Gespräch.

thurgaukultur.ch · Thilo Krause verabschiedet sich (Teil 13)


Alle Lesungen & Romanzitate: Thilo Krause, Elbwärts. Mit freundlicher Genehmigung von © 2020 Carl Hanser Verlag, München.

Der Autor: Thilo Krause

Thilo Krause, geboren 1977 in Dresden, lebt und arbeitet in Zürich. Seit 2005 veröffentlicht er literarische Texte in Zeitschriften (u.a. Akzente, Sinn und Form), Zeitungen (u.a. Die Zeit, Zürcher Tagesanzeiger) und Anthologien. Für seine Gedichte wurde Thilo Krause 2012 mit dem Schweizer Literaturpreis und 2016 mit dem Clemens-Brentano-Preis der Stadt Heidelberg sowie dem ZKB Schillerpreis ausgezeichnet. Bei Hanser erschienen 2018 sein Gedichtband Was wir reden, wenn es gewittert, für den er den Peter Huchel-Preis erhielt, 2020 sein Roman Elbwärts, der mit dem Robert Walser Preis ausgezeichnet wurde.

Die Lesungen & die Serie

„Debüts: Der erste Roman“ heisst eine Lesereihe von Judith Zwick, die im Laufe des November stattfindet. thurgaukultur.ch ist Kooperationspartner der Reihe. Coronabedingt finden alle Lesungen und Gespräche nun digital statt. Sie sind zu den angegebenen Terminen auf unserer Internetseite zu finden.

 

Die Lesungen:

Donnerstag, 12. November:
Ulrike Almut Sandig „Monster wie wir“.
Ein Briefwechsel und digitales Gespräch zwischen der Autorin und Judith Zwick

Donnerstag, 19. November:
Julia Langkau „Flussgeboren“.
Livestream-Lesung mit Gespräch. Moderation: Michael Lünstroth, Redaktionsleiter thurgaukultur.ch, Live über YouTube- und Facebook-Seite von thurgaukultur.ch

Donnerstag, 26. November:
Thilo Krause Elbwärts“.
Ein Interview und eine digitale Lesung.

 

Weitere Details zu den Lesungen gibt es auch hier:
https://judithzwick.de/debuets/

 

Das Projekt wird gefördert vom Literaturhaus Thurgau, Kulturamt Konstanz, dem Fonds Neustart Kultur und der Buchhandlung Homburger & Hepp.

 


Die Serie:

Zur Lesereihe erscheint bei uns im November, immer sonntags, auch eine Artikelserie rund um das Thema „Debüts“, in der wir weitere lesenswerte Debütromane vorstellen. Alle Beiträge aus der Reihe bündeln wir im Themendossier «Debüts».

 

«Das erste Mal»: Ein Text zur Bedeutung von Debüts von Michael Lünstroth

Sonntag, 8. November:
Die Journalistin Bettina Schnerr bespricht das »Buch der geträumten Inseln« von Lukas Maisel. (Rowohlt Verlag. Hamburg/Berlin 2020)

Sonntag, 15. November:
Die Buchhändlerin Marianne Sax präsentiert »Siebenmeilenstiefel« von Simon Deckert (Rotpunktverlag 2020) und »Drei Leben lang« von Felicitas Korn (Kampa Verlag 2020).

 

Sonntag, 22. November:
Der Literatur- und Kulturwissenschaftler Özkan Ezli denkt nach über »Streulicht« von Deniz Ohde (Suhrkamp Verlag. Frankfurt a. M. 2020)

Sonntag, 29. November:
Die Autorin Tabea Steiner schreibt über »Roter Affe« _von Kaśka Bryla (Residenz Verlag. Wien/Salzburg 2020)

 

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