Mo. 29.6.2020
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Newsletter vom Mo. 29.6.2020

Alles so schön bunt hier: Warum Kunst aus Metropolen nicht automatisch besser ist als Kunst aus der Provinz

man ahnt, was passieren wird, wenn Freunde und Bekannte in ein paar Wochen von ihren Urlauben und Städtetrips wieder nach Hause kommen. Nein, für einmal nicht das mit dem Virus, sondern das hier: Sie werden schwärmen von dieser Aufführung oder jener Ausstellung, die sie in einem „der grossen und bedeutenden Häuser“ gesehen haben. Insgeheim wird man sich dann fragen, ob das Geschilderte wirklich so fantastisch war, oder ob das Renommee des Hauses den Blick auf das Wesentliche verstellt hat.

Es ist ja kurios: Grosse Institutionen in grossen Städten bekommen meistens einen gewissen Vertrauensvorschuss. Frei nach dem Motto: „Die sind so bekannt, das wird schon gut sein“. Bei regionalen oder lokalen Kulturhäusern ist es oft eher umgekehrt: Die BesucherInnen sind überrascht, wenn ihnen etwas gut gefallen hat. Als wäre grosse Kunst in kleinen Gemeinden eigentlich kaum vorstellbar.

Die romantische Verklärung des Urbanen

Woher kommt diese Haltung? Und welche Rolle darf der Entstehungsort eines Kunstwerkes für dessen Beurteilung spielen? Darüber habe ich in der aktuellen Ausgabe meiner Kolumne «Die Dinge der Woche» geschrieben: Warum es Zeit wird, mit der Verklärung des Urbanen aufzuhören und der Wertschätzung des Regionalen anzufangen.

Ein Beispiel für gelungene regionale Kulturarbeit ist das Literaturhaus Thurgau. Vor 20 Jahren als Bodmanhaus in Gottlieben gegründet, ist es längst zur festen Grösse im Kultur-Veranstaltungskalender des Kantons geworden. Dabei war die Gründung durchaus ein Wagnis, wie sich Jochen Kelter, Schriftsteller und erster Programmleiter des Bodmanhauses, in seinem Beitrag „Literatur auf dem Land“ erinnert.

Neuer Programmleiter im Literaturhaus Thurgau

Mit Gallus Frei übernimmt in diesen Tagen ein neuer Programmchef das Ruder. „Das Literaturhaus muss noch bekannter werden“, hat er unserer Korrespondentin Bettina Schnerr im Interview erklärt. Wie er das schaffen will, hat er dort ebenfalls erläutert.

Zum Schluss möchte ich euch noch das Video-Interview mit der Pianistin Simone Keller ans Herz legen. Sie redet darin nicht nur offen über die dramatische Lage freischaffender KünstlerInnen in der Corona-Krise, sondern spielt auch drei wunderbare Stücke der zu Unrecht vergessenen Komponistinnen Julia Amanda Perry, Ruth Crawford Seeger und Teresa Carreño. Das solltet ihr nicht verpassen.

Kommt gut durch die Woche!

Herzlichst,

Michael Lünstroth

P.S.: Der nächste reguläre Newsletter erscheint ferienbedingt am 13. Juli

MAGAZIN

Der Ort ist ein Ort ist ein Ort DIE DINGE DER WOCHE
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Ist Kunst, die in Metropolen entsteht, automatisch besser? Nein, natürlich nicht. Warum es Zeit wird, mit der Verklärung des Urbanen und der Geringschätzung des Regionalen aufzuhören.  mehr

 
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