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28.08.2012

Wie weiter mit dem Steckborner Turmhof?

Wie weiter mit dem Steckborner Turmhof?
Der Turmhof, fotografiert im Sommer 2012 von Zora Debrunner |

Über das weitere Vorgehen beim Bauprojekt Turmhof herrsche Einigkeit, teilt Alex Bänninger, Geschäftsführer der Stiftung, im Folgenden mit.

Gestützt auf die Empfehlungen im Gutachten der Eidgenössischen Natur- und Heimatschutzkommission ENHK und der Eidgenössischen Kommission für Denkmalpflege EKD vom 5. April 2012 haben Vertreter des Bundesamtes für Kultur, des Amtes für Denkmalpflege des Kantons Thurgau, des Stadtrates von Steckborn und der Stiftung Turmhof am 26. Juni 2012 das weitere Vorgehen hinsichtlich des Bauprojekts gemeinsam bereinigt. Das Gutachten ist auf der Homepage der Stiftung Turmhof, www.turmhof.ch/Übersicht/Stand des Projekts, EKD.pdf , publiziert.

Die Empfehlungen der ENHK und der EKD weichen in einigen Punkten von der Lösung ab, die seinerzeit in Zusammenarbeit mit den Denkmalpflegern des Kantons und des Bundes erarbeitet wurde. Im Einzelnen ergibt sich aus der erwähnten Besprechung für das Restaurierungs-, Sanierungs- und Umbauprojekt einmütig Folgendes:

Westachse mit geringfügigen Anpassungen

Die Westachse mit dem historischen Turmhof und der Alten Schmitte kann mit zwei marginalen Änderungen gegenüber der ursprünglichen Planung realisiert werden. Diese beziehen sich im Turmhof auf eine Wand im Erdgeschoss, die nicht abgebrochen, sondern lediglich durchbrochen werden darf, und in der Alten Schmitte auf die Lage der Dachbalken, bei der jede Tangierung zu vermeiden ist. Die Garage und ihre Anbauten werden abgebrochen, was das Ortsbild aufwertet. Für die Westachse reichte die Stiftung Turmhof inzwischen das geringfügig angepasste Baugesuch und das Abbruchgesuch ein.

Überarbeitung der Planung für die Ostachse

Der Stiftungsrat beschloss, die Pläne für das Wasserwerk, die Remise und das Kaufhaus zügig zu überarbeiten, innerhalb derer trotzdem eine angemessene Neunutzung möglich ist. Das bedeutet in einem wesentlichen Punkt, dass der Mehrspartensaal im Kaufhaus etwas kleiner und niedriger wird.

Neubau beim Wasserwerk und Steg möglich

Das Wasserwerk kann durch einen Neubau ersetzt werden, der sich laut Empfehlungen „in seinem Körper und seinen Attributen angemessen vom Turmhof absetzen“ darf, sich jedoch „in die Körnigkeit, die Dachlandschaft und die differenzierte Anmutung des Ortsbildes einfügen“ muss.

Aus denkmalpflegerischer Sicht ist der geplante Steg möglich, weshalb die Stiftung das gegenwärtig beim Kanton ruhende Gesuch um eine wasserbaurechtliche Konzession aktivieren und nach deren Erteilung das Baugesuch einreichen wird.

Künftige Nutzung der Turmhof-Liegenschaften

Wie vom Stiftungsrat stets geplant, entstehen im Turmhof Museumsräume und Wohnraum sowie in der Alten Schmitte kunsthandwerkliche Ateliers und ebenfalls Wohnraum. Das Kaufhaus wird erdgeschossig entsprechend bisheriger Absicht genutzt für den grossen, in der Höhe allerdings etwas reduzierten Mehrspartensaal. Die Verwendung der Obergeschosse muss geprüft werden.

Das Foyer im Turmhof bleibt als kleiner Mehrspartensaal. Das umgebaute oder allenfalls neugebaute Wasserwerk wird als einfaches Bistro und die Remise für die Infrastruktur genutzt.

Nach Auffassung des Stiftungsrates erlauben die Anpassungen der bisherigen Planung der Ostachse im Turmhof und seinen Nebengebäuden wie bis anhin einen Betrieb, der den Stiftungszweck erfüllt. (pd)

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Die Mediation

Zur laufenden Mediation zwischen der Stiftung und der Heimatvereinigung sagt Stadtammann Roger Forrer: “Die erste Runde mit den Präsidenten war schwierig. Wir haben vorgesehen, im Herbst eine Runde mit Delegationen beider Parteien an den Tisch zu holen.” (ho)

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Bericht in der "Thurgauer Zeitung"

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  • Kulturpolitik

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