von Rolf Müller, 12.03.2015
Jubiläumsausgabe von tanz:now

Vom 25. März bis 30. Mai findet im Phönix Theater Steckborn die zehnte Ausgabe des tanz:now-Festivals statt. Es soll speziell Jugendliche für zeitgenössischen Tanz begeistern. Aber längst nicht nur.
Mit Tanztheater ist es so eine Sache. Wer bisher allenfalls den „Nussknacker“ gesehen und nicht besonders goutiert hat, dürfte dem Genre fortan nicht überbordend Beachtung geschenkt haben. Damit die Disziplin sukzessive den ihr gebührenden Platz erobert, dafür engagiert sich seit 2005 die Kulturstiftung des Kantons Thurgau zusammen mit dem Phönix Theater Steckborn. Das Kleintheater am Untersee hat sich im Lauf der Zeit auf Tanz spezialisiert. Es bietet die ideale Bühne dafür.
"Steckborn" Synonym für Tanz
Die Schärfung des Profils des Festivals spiegelt sich auch im Veranstaltungsnamen: Von "theater:now“ zu "tanztheater:now“ zu "tanz:now“. Geblieben ist die Begeisterung der Macherin und des Machers der ersten Stunde - von Caroline Minjolle seitens der Kulturstiftung und von Theaterleiter Philippe Wacker. "Steckborn" werde mittlerweile in der Schweizer Szene als Synonym für zeitgenössischen Tanz wahrgenommen. Das ist zweifellos ein Verdienst. Und ebenso ihr Stolz.
Zusammen haben sie am Mittwoch das Programm für die Jubiläumsausgabe von tanz:now 2015 vorgestellt. Mit einem Budget von 165‘000 Franken werden elf Veranstaltungen gezeigt, „eine aktuelle Schau des Schweizer Tanzschaffens“, wie Minjolle beim Mediengespräch sagte. Besucher unter 25 Jahren profitieren von Spezialpreisen.
Trailer von "Up":
Eröffnet wird es 25. und 26. März mit „Up“ von Cie Jozsef Trefeli aus der Romandie. Ein idealer Einstieg, meint Wacker, „unterhaltsam und vergnüglich auch für nicht Tanztheater-Gewohnte“. „Up“ nimmt mit sechs Tänzern den alten Traum vom Fliegen wieder auf und zeigt, dass Imagination auch bei der jungen Generation die Smartphones und Tablets und Co. noch immer um Längen schlägt.
Präsidium neu zu besetzen
Nach der Wahl von Cornelia Komposch in die Thurgauer Regierung muss der Verein Phönix Theater Steckborn das Präsidium neu besetzen. Ende Juni 2015 läuft die Saison aus. Philippe Wacker: „Wir freuen uns für Cornelia über ihre Wahl.“ (rom)
Um Phantasie geht es auch am 29. März in „Zick Zack Puff“, einem Tanzstück mit anschliessendem Workshop für Kinder und Familien. In fantastischen Szenarien treffen unterschiedlichste Wesen aufeinander und entdecken, wie stark eine sich gegenseitig ergänzende Gemeinschaft sein kann. Von Liebe und Wahn handelt „Delirio Amoroso“ am 16. und 17. April. Barockmusik des Berner Ensembles für Alte Musik („Die Freitagsakademie“) trifft auf modernen Tanz, ein Dialog entsteht. Spannend!
Trailer von „Delirio Amoroso“:
Hip Hop, Breaks, Beats am 23. und 24. April: „Urban Dance“ bringt fünf Kurzstücke mit Hip-Hop-Elementen und zeitgenössischem Tanz zusammen. - Nicht nur für Junge. „Sie zeigen die Weiterentwicklung des Tanzes, neue Strömungen, die Zukunft“, so Wacker. Am 7. und 8. Mai dann die Kompanie Linga aus Lausanne mit "Solographies". Drei kraftvolle Tänzerinnen mit einem breiten Spektrum an Charakteren – sprunghaft, nicht immer nachvollziehbar, aber visuell prägend.
Trailer von "Solographies":
Asphalt Piloten „Tape Riot“ am 29. und 30. Mai
Eine spezielle Performance zeigen die Asphalt Piloten: Am 29. Mai sind die Künstler um Anna Anderegg im öffentlichen Raum von Steckborn unterwegs, definieren mit schwarzem Klebeband auf Strassen und Plätzen neue Räume, interagieren mit ihnen und verändern sie spielerisch und tänzerisch. Tags darauf zeigen sie eine Klanginstallation. Die Produktionen werden mit Videos bespielt, die die Piloten kurz zuvor eigens in Steckborn aufnehmen und in die Stücke integrieren. (rom)
Das Finale von tanz:now 2015 am 29. und 30. Mai hat weitere Highlights zu bieten. Da ist die humorvolle Bewegungsstudie „Duet fort two dancers“ von Tabea Martin. Der Philosoph und Nichttänzer Ludwig Hasler hält ein Plädoyer für zeitgenössischen Tanz auf dem Land. Und die Performerin und Regisseurin Nelly Bütikofer bespielt den Pavillon des Yachtclubs direkt vor dem Phönix Theater unter dem Titel „Ein möglicher Standort für einen Palast“. Das Publikum kann beobachten, wie sich die provisorische Königin einrichtet und mit was sie ihre Zeit verbringt.
Trailer von „Duet fort two dancers“:
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Phönix tanzt vorne mit - Thurgauer Zeitung vom 12.3.2015
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Detaillierte Informationen zum Programm, Tickets und Vorverkauf:

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