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23.06.2014

Petition entsorgt: die Gründe

Petition entsorgt: die Gründe
Symbolischer Akt: Alex Meszmer mit dem Ausdruck der Kulturseiten-Petition beim Müllcontainer in Pfyn. | © Sascha ERni

Letzten Freitag liess der Initiant der Petition für den Erhalt der Kulturseiten Regionalkultur Thurgau und Stadtkultur St.Gallen, Alex Meszmer, die Übergabe an den Chefredakteur des St.Galler Tagblatts, Philipp Landmark, platzen. Dies hat zu Unverständnis und teilweise heftigen Kommentaren geführt. In einer E-Mail vom 23. Juni an alle Unterstützer der Petition nimmt Alex Meszmer Stellung zu seiner Aktion.

An dieser Stelle zitieren wir den Inhalt:

"Sehr geehrte Damen und Herren,

Am Freitag, 20. 6. 2014, sollte eine Übergabe der Petition für den Erhalt der Kulturseiten Regionalkultur Thurgau und Stadtkultur St Gallen an das Tagblatt resp. an den Chefredakteur Herrn Landmark stattfinden. Es war mir klar, dass auch am Freitag die Vorstellung des Relaunches des Tagblatt öffentlich wird und dass die Übergabe und der Relaunch zusammen geschehen sollten, vorallem, da mir der Termin so von Herrn Landmark vorgeschlagen wurde.

Die Kommunikation mit Herrn Landmark vor diesem Termin war sehr rudimentär. Die Anliegen der Petition wurden von ihm im Vorfeld auf Twitter als reine Spekulationen abgetan. Der Terminvorschlag erfolgte ebenfalls auf Twitter und ich wurde von einer Sekretärin kontaktiert, um die Uhrzeit festzulegen. Es wurde mir gesagt, dass Herr Landmark die Petition dann beim Portier entgegen nehmen würde.

Als ich am Freitag Morgen den Artikel zum Relaunch des Tagblatts las, war ich erstaunt über die Polemik gegen den Kulturbereich, die aus den Zeilen sprach. Für die Kulturschaffenden der Region war der Text schlicht eine Provokation.

Aus diesem Grund entschloss ich mich nach reiflicher Überlegung, die Petition am Freitag nicht zu übergeben und stattdessen symbolisch das auszuführen, was durch den Artikel im Tagblatt ausgedrückt war: Das Tagblatt weiss besser, was für die Kultur im Thurgau und in St Gallen gut ist, als die Kulturschaffenden und die Unterzeichnenden - warum also eine öffentliche Übergabe machen?

Es war mir sehr klar, dass dies nicht unumstritten ist und Reaktionen hervorrufen wird. Gleichzeitig war mir aber auch wichtig zu zeigen, dass man den Kulturbereich nicht einfach übergehen kann. Falls Sie durch diese Aktion brüskiert wurden, möchte ich mich bei Ihnen persönlich dafür entschuldigen. Zu der Aktion stehe ich nach wie vor.

Die Übergabe am Freitag wäre auch nur eine symbolische Handlung gewesen. Die 29 ausgedruckten Seiten der Petition sind nur eine Möglichkeit, denn die eigentliche Übergabe erfolgt durch eine Email an den Petitionsempfänger, der dadurch einen eigenen Zugang zur online-Petition erhält. So gesehen hat sich die Übergabe nur zeitlich verschoben.

Herr Landmark hat mir seine Gesprächsbereitschaft signalisiert. Ich werde ihn in den nächsten Tagen kontaktieren und mit ihm über das weitere Vorgehen sprechen und Sie im Anschluss wieder informieren.

Mit bestem Dank für Ihre Unterstützung der Petition und freundlichen Grüssen,

Alex Meszmer

 ***

Mehr dazu:

06.6.2014   MAGAZIN thurgaukultur.ch "TZ schafft Kulturseite aus"

10.6.2014   MAGAZIN thurgaukultur.ch "Petition für Kulturseiten lanciert"

17.6.2014   MAGAZIN thurgaukultur.ch "Die Zeitung stirbt in Raten"

20.6.2014   MAGAZIN thurgaukultur.ch "Petition für die Katz?"

20.6.2014   Saiten "Tagblatt-Protest symbolisch gekübelt"

 

 

 

 

 

 

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