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11.12.2015

Sagenhaft

Sagenhaft
Modell Ittingen Saga | © zvg

Anfang 2016 wird die Kartause Ittingen einmal mehr zum Ort einer theatralischen Reise in die Geschichte der Kartause Ittingen. Unter der Regie von Leopold Huber verführt die Revue mit dem Titel ITTINGEN SAGA zu einem vergnüglichen Taumel in die Vergangenheit, die sich bei genauerem Hinschauen als ein ironischer Zerrspiegel der Gegenwart erweist.

„SAGA“ heisst so viel wie „das Gesagte“. Deshalb steht bei der ITTINGEN SAGA nicht das Faktische, sondern die Lust am Erzählen und Fabulieren, das Auslegen einer Geschichte mit vielen Irrungen und Wirrungen im Vordergrund. In stetigem Wechselspiel zwischen Rationalem und Irrationalem, Wahrheit und Fiktion, Mythos, Historie und Gleichnis, wird ein (Bilder-)bogen über die vergangenen 900 Jahre aufgespannt, der die Kartause Ittingen als Ort der permanenten Wandlungen und Vorwärtsbewegung erfahren lässt.

Im zuweilen turbulenten Geschehen lassen sich zwei Erzählstränge ausmachen. Die eine Zeitreise beginnt mit archaischen Riten um das Jahr 1100, führt weiter zum Klosterleben der ersten Kartäuser, dann zum legendären Aufruhr der Frauen und dem etwas später entfachten „Ittinger Sturm“. Es wird berichtet von der Blütezeit im 17. und 18. Jahrhundert, in der sich die Kartause Ittingen zu einem bestens organisierten und immer heiterer werdenden Weinproduzenten durchmausert, dann streift das Geschehen die Zeit der Familie Fehr, die 1867 die gesamte Anlage kauft, was den endgültigen und erfolgreichen Übergang des Geistlichen ins Weltliche bedeutet. Höhepunkt dieser Reise von der Vergangenheit in die Gegenwart ist 1977 die Gründung der Stiftung, die die Kartause kauft, um hier eine Oase zu schaffen, in der jedermann/frau „Einkehr bei sich selbst“ finden kann.

Die andere Geschichte - sie ist frei erfunden.- läuft von der Gegenwart in die Vergangenheit und berichtet davon, wie sich der ganz und gar diesseitig orientierte, verantwortungslose Global Player Laurenz, Teilhaber einer Privatbank, aus dem Staub machen will. Unbeabsichtigt verschlägt es ihn in eine Zeitmaschine, die ihn mitten in die ITTINGEN SAGA und in andere Identitäten hineinkatapultiert. Am Ende führen beide Zeitreisen, die von Wandel und stetiger Erneuerung erzählen, zu einem Happy End in der Gegenwart. Die ITTINGEN SAGA ist eine Revue und gleichzeitig grosses Theater, denn es geht dabei um ein grosses Thema in leichter Form, um die Läuterung. Diese ist in Ittingen, genauso wie auch bei den alten Griechen, nur zu haben, durch das Durchleben und Erfahren von Jammer und Schrecken und Lust und Lachen. (PM)

 

Aufführungen vom 18. Februar bis 13. März 2016
in der Kartause Ittingen, grosser Ausstellungskeller Kunstmuseum Thurgau

 

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