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von Niculin Janett, 31.08.2015

Glücksfunde im Park und Filmsets vor der Tür

Glücksfunde im Park und Filmsets vor der Tür
Immer wieder beeindruckend: Das One World Trade Center. | © Niculin Janett

Niculin Janett

Joe Lovano! JOE LOVANO!!!


'Tschuldigung, aber das musste kurz raus. Ich gehe also an dieses Charlie Parker Festival. Eine dreitägige Openair-Konzertreihe in verschiedenen Parks in Manhattan. Und da spielt eben dieser Joe Lovano. Und jedes mal wenn er spielt und ich dabei live zuhören kann, krieg ich eine kleine Krise. Im positiven Sinne, versteht sich.
*
Und es geht hier nicht nur um ihn als Saxophonist, sondern auch um seine Rhythmusgruppen. Gestern mit Lewis Nash am Schlagzeug und Esperanza Spalding am Kontrabass (der Name des Pianisten ist mir natürlich entfallen, sorry...). Der Groove, welcher diese Band in den Boden stampft, ist schlichtweg bescheuert. Dasselbe gilt auch für seine Rhythm-Sections in anderen Bands, z.B. mit Joey Baron und Linda Oh. Ich empfehle einen kleinen Joe Lovano-Ausflug auf Youtube.
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Das Video vom Konzert im Tompkins Square Park ist natürlich in der gewohnten Müll-Qualität die mein iPhone zu bieten hat, aber wenn man's live sieht, dann zieht einem dieser Swing auf gut Schwitzerdütsch volle hahne d'hose ab! Der wippende Schirm und der kurze Schwenk auf den Herrn nebenan (Paul Amereller, Drummer aus Züri, anm .d. Red.) können das unterstreichen.

Joe Lovano im Tompkins Square Park.

 

Wenn wir schon von Musikern aus Züri sprechen. Ebendieser Paul sowie Bassist Xaver Rüegg und Pianist Max Petersen sind im Moment auch hier in New York anzutreffen, das Resultat einer solchen Zusammenkunft beim Konzert von Rudresh Mahanthappa ist im folgenden, tatsächlich qualitativ noch schlechteren Video zu bestaunen (inklusive Sing-Along vom Mr. P.A.):

 

Rudresh Mahanthappa mit „Bird Calls“ am Charlie Parker Festival.

Wenn nicht als Zuhörer an einem Konzert, dann sind Paul, Xaver und ich primär in meinem Proberaum wiederzufinden, das klingt dann zum Beispiel so:


 

In other news of the week...

Schon zum zweiten mal bin ich in Greenpoint an ein ziemlich ausladendes Filmset geraten. Diesmal bin ich aber scheinbar den falschen Weg entlang spaziert und prompt von einem Typen mit Funkgerät gestoppt und schliesslich umgeleitet worden um zu verhindern, dass ich den Schauspielern vor die Kamera stolpere.
*
Auf meine Frage antwortete der junge Herr mit: „Person of Interest“. Ist eine TV-Serie mit Hollywood-Star Jim Caviezel, vor allem bekannt dank seiner äusserst fragwürdigen Rolle in Mel Gibson's schaurigem Werk „The Passion of the Christ“...

Wen's interessiert, hier der Trailer zur vierten Staffel der Serie.

So, für einmal kurz und schmerzlos. Ich melde mich bald wieder. So don't you go anywhere!

 

 

Ein Jazzer in New York

Niculin Janett (25) lebt seit seiner Geburt in Sulgen. Der Saxophonist, Sänger und Komponist studierte an der Zürcher Hochschule der Künste Jazzsaxophon. Seit 2008 ist er in verschiedensten Formationen aktiv. Seine Hauptprojekte sind Janetts Jazzmusik-Baukasten, das Duo The Sad Pumpkins und die Volksmusik-Familienkapelle C’est si B.O.N. Von Juli bis September 2015 ermöglicht ihm der Kanton Thurgau einen Atelieraufenthalt in New York City. Diesen will er nutzen, um seine instrumentalen Fähigkeiten weiterzuentwickeln, Freiraum für das Komponieren zu haben und musikalische Beziehungen zu knüpfen und weiter zu vertiefen. Für thurgaukultur.ch berichtet er regelmässig aus dem Big Apple. (rom)

 

***

Bisher erschienen:

How to find the right Jamsession - thurgaukultur.ch vom 21.08.2015
Genuss. Vergnügen? Arbeit! - thurgaukultur.ch vom 11.08.2015
Yankees and all that jazz - thurgaukultur.ch vom 01.08.2015
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