Palestine 36

von Annemarie Jacir
Palästina 2025, 118 Min, Arab/d, ab etwa 14
1936 erheben sich Dörfer im Mandatsgebiet Palästina gegen die britische Herrschaft. Yusuf pendelt zwischen seinem Dorf und Jerusalem hin und her und sehnt sich nach einer friedlichen Zukunft. Die junge Afra versucht, ihre Unschuld in einer von Widerstandskraft geprägten Familie zu bewahren, und Hafenarbeiter Khalid wird unweigerlich in die Revolte hineingezogen. Mit der steigenden Zahl jüdischer Einwanderer aus dem faschistischen Europa und mit den palästinensischen Forderungen nach Unabhängigkeit steuern alle auf eine unvermeidliche Konfrontation zu.
Seltenes Archivmaterial liefert das historische Gerüst, vor welchem sich die Geschichte um Yusuf, Afra und Khalid abspielt: Jerusalems geschäftiges Völkergemisch nach dem Zerfall des Osmanischen Reiches, die Migration europäischer Juden auf der Flucht vor den Nazis und die Versuche der Briten, ihre Kolonialherrschaft durchzusetzen. Wie schon Cherien Dabis in «All That’s Left of You» greift Annemarie Jacir das Thema der britischen Kolonialgeschichte in Palästina auf und widerlegt die zionistische Idee «Ein Land ohne Volk für ein Volk ohne Land». Vor allem aber zeigt sie in ihrem aufwendigen, epischen Film mit berührendem Cast, eindringlicher Filmmusik und präziser Kameraführung, wie sich Geschichte und Politik leise ins private Leben einschreiben.
«Leidenschaftlich, hochaktuell und tiefgründig» (Screen Daily)
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