von Samantha Zaugg, 17.07.2016

Arbon: Lagerhalle fordert heraus

Arbon: Lagerhalle fordert heraus
Die Kunsthalle Arbon ist mit ihren 600 Quadratmetern Fläche für Künstler und Ausstellungsmacher eine besondere Herausforderung. | © Samantha Zaugg (Screenshot Video)

Vom 19. November bis 11. Dezember 2016 findet mit 71 künstlerischen Positionen die zweite Werkschau Thurgau statt. In einer Serie mit Video und Interview stellen wir die sieben ausstellenden Kunsträume vor. Im folgenden erklärt Kuratorin Inge Abegglen die Bedingungen für die Ausstellung in der Kunsthalle Arbon.

Brigitta Hochuli (Text), Samantha Zaugg (Video)

Inge Abegglen, Sie waren in der Jury der Werkschau Thurgau 16 mit dabei und stellen ab November in der Kunsthalle Arbon ausgewählte Werke aus. Ist es Ihnen schwer gefallen, aus den 154 Bewerbungen 71 Positionen auszuwählen? Wie waren Niveau, Innovation und Vielfalt der Eingaben insgesamt?

Inge Abegglen: Es ist nicht einfach, in relativ kurzer Zeit 154 Bewerbungen ernsthaft zu beurteilen und dabei einen offenen, objektiven Blick zu bewahren. Es war mir ein grosses Anliegen, die Dokumentationen nicht mit einem vorschnellen Urteil abzuwerten. Da sich die Teilnahmebedingungen lediglich auf den regionalen Wohn- oder Arbeitsort bezogen, kamen die Eingaben, was den künstlerischen Ansatz betraf, völlig ungefiltert daher und wiesen deshalb eine grosse Spannweite auf. Gleichzeitig bot sich aber genau durch dieses Vorgehen auch die Möglichkeit für Neuentdeckungen.

 

 

Hatten Sie bei der Jurierung Ihren eigenen Ausstellungsort, die Kunsthalle Arbon, im Kopf? Was zeichnet sie aus? Was ist möglich? Was nicht?

Die Kunsthalle Arbon ist eine 600 Quadratmeter grosse alte Lagerhalle, die sich vor allem mit grossen raumbezogenen Installationen einen Namen gemacht hat. Sie ist nicht beheizbar, und die klimatischen Verhältnisse sind für diverse Kunstwerke problematisch. Bei der Auswahl der Künstler muss ich auf diese Randbedingungen Rücksicht nehmen.

Wie macht man eigentlich eine Ausstellung? Passt man sie den vorhandenen Räumen an oder versucht man, eine Geschichte zu erzählen?

Ich gehe davon aus, dass sich eine Ausstellung mit den örtlichen Verhältnissen auseinandersetzen muss. Ausgehend von einer Gruppenausstellung wie bei der Werkschau Thurgau 16 müssen die Werke in Position zu einander korrespondieren. So kann zum Beispiel die Verschiedenheit zeitgenössischer Malerei oder skulpturalen Schaffens aufgezeigt werden. Bei der Vielfältigkeit einer Werkschau ist es wahrscheinlich nicht möglich, eine Geschichte zu erzählen - höchstens, man redet sie herbei.

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Werkschau Thurgau 16

Kunsthalle Arbon

 

Inge Abegglen

- Inge Abegglen, geboren 1950
- Ausbildung: Laborantin, Kulturmanagement (2000 Universität Bern)
- Berufliche Tätigkeiten: Seit 1993 Vorstandsmitglied der Kunsthalle Arbon, seit 2003 Führung und Leitung
- Politisches Engagement (SP): seit 2000 Bezirksrichterin Bezirksgericht Arbon, seit 2008 Thurgauer Kantonsrätin

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