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18.08.2026

Archäologen legen in Eschenz römische Siedlung frei

Archäologen legen in Eschenz römische Siedlung frei
Blick in die Ausgrabung: Grabungsleiterin Angelika Signer bei den 2000 Jahre alten Holzfundamenten. | © AATG

Wegen eines Neubaus untersucht das Thurgauer Amt für Archäologie derzeit eine Fläche im historischen Zentrum von Eschenz. Dabei kommen Überreste der römischen Siedlung Tasgetium und einer mittelalterlichen Kirche zum Vorschein. (Lesedauer: ca. 2 Minuten)

Freigelegt würden unter anderem eine mehrere Meter breite römische Kiesstrasse sowie beidseits angrenzende Holz-Fachwerk-Gebäude. Die Lage der Siedlung sei vor rund 2000 Jahren bewusst gewählt worden: direkt an der Wasserstrasse und an einer Stelle, an der sich der Rhein mit einer Brücke gut habe überqueren lassen. Weil der Untergrund sumpfig gewesen sei, hätten die Römer die Gebäude auf Holzrosten errichtet und diese regelmässig erneuert, heisst es in einer Medienmitteilung.

Unter den Funden: Keramik, Speisereste und Münze

Gerade diese feuchten Bodenverhältnisse seien aus archäologischer Sicht ein Glücksfall. Nach Angaben des Amts hätten sich dadurch Bauhölzer und andere organische Materialien über Jahrtausende erhalten. Mithilfe der Jahrringdatierung lasse sich nachweisen, dass die Holzkonstruktionen etwa alle 25 Jahre erneuert worden seien.

Wie das Amt weiter mitteilt, werden die Befunde Schicht für Schicht dokumentiert und vermessen. Zudem würden typische Siedlungsfunde wie Keramikscherben, Speisereste oder vereinzelt Münzen geborgen. Nach Abschluss der Untersuchungen werde jener Teil der archäologischen Überreste entfernt, der dem Neubau weichen müsse.

Was von der Kirche übrig blieb

Erhalten bleiben sollen dagegen die Grundmauern der mittelalterlichen Vituskirche. Diese habe spätestens seit dem 10. Jahrhundert an dieser Stelle gestanden und sei 1738 abgebrochen worden, nachdem sie für die Eschenzer Bevölkerung zu klein geworden und baufällig gewesen sei. Mit der Bauherrschaft sei vereinbart worden, dass die Mauern im Boden verbleiben und das neue Gebäude über den Ruinen errichtet werde.

Das Amt für Archäologie weist in seiner Mitteilung darauf hin, dass der Ausfluss des Untersees in den Rhein zu den archäologisch bedeutendsten Regionen des Kantons zählt. Von den Pfahlbauten bis in die Neuzeit hätten sich dort zahlreiche Zeugnisse früherer Besiedlung im Boden erhalten.

 

Der Grundriss der Vituskirche im Jahr 2007. Bild: AATG

 

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