von Rolf Breiner, 16.03.2026
Junge Talente, kurze Filme: «Movie Day» im Roxy

Eine Lanze für den jungen Film im Kino! Seit 2012 organisieren freiwillige Helfer den «Movie Day» im Kino Roxy Romanshorn. Am 21. März werden 17 Kurzfilme (bis 15 Minuten) aufgeführt – von 10 Uhr bis ca. 15.30 Uhr.
Rund 200 Filme seien eingereicht worden, weiss Daniel Ziener (35), Thurgauer Leiter des Festivals, der von Anfang an dabei war. 17 Filme wurden für den «Movie Day 2026» ausgewählt, die eine grosse Spannbreite abdecken, aufgeteilt in zwei Kategorien: A (Filmschaffende bis 16 Jahre) und B (17 bis 30 Jahre).
Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt: Agent X setzt der Mafia zu («The Rainbow Tablet»), ein «Friedensstifter» geht im Schulhaus fiesen Streichen auf den Grund («Fertig lustig»), drei YouTuber erleben Unheimliches («Followers»), eine Königin wird in einen Schmetterling verwandelt («Der zauberhafte Geburtstag»). Ein Mensch ist in digitaler Abhängigkeit gefangen und sehnt sich nach wahrer Leidenschaft («Nothing But the End»), junge Beleuchter und Kameraleute jobben beim Dreh («11 & ½ H»), der Saft eines Pilzes hat horrende Folgen («INK»), ein erfolgreicher Trader wird entführt und sendet Signale («Operation Dubai»), der loyale Arbeitnehmer Eric hinterfragt seinen Arbeitsalltag («Solidarity»).
Junge Filmschaffende aus der Schweiz beschäftigen sich mit aktuellen Themen, sinnieren, fabulieren, kritisieren. Der «Movie Day» bietet ihnen ein populäres Forum und versteht sich «seit 13 Jahren als Plattform für Austausch, Entwicklung und Vernetzung».
Zwei Jurys beurteilen die Filme der Kategorien A und B und vergeben Preise, honoriert mit 500, 250 und 150 Franken. Der zusätzliche Gewinner des «Roxy Award» hat dann die Möglichkeit, einen Trailer für den nächsten «Movie Day» zu realisieren. In diesem Jahr lieferte Dorian Taddeo Massaei den Trailer; er hatte 2025 mit dem Beitrag «Im Clinch» gewonnen.
Video: Trailer zum MovieDay 2026
Das Credo des Festivals, das übrigens nichts mit den Schweizer Jugendfilmtagen (50. Ausgabe) zu tun hat, die just vom 11. bis 15. März in Zürich über die Leinwand gingen, könnte man so auf den Punkt bringen: Junge Talente mit eigener Handschrift fördern.
Nicht unerwähnt bleiben sollte, dass sich über 20 Freiwillige um den «Movie Day» kümmern. Die Kosten des Jugendfilmfestivals in Romanshorn (Budget: 24 000 Franken) tragen Sponsoren, öffentliche und private – vom Lotteriefonds, der TKB, ThurgauKultur und Thurgau Bodensee bis zum Migros-Kulturprozent, Swizz Production sowie diversen weiteren Stiftungen. Das Kino Roxy bietet 120 Plätze. Letztes Jahr wurden 80 Besucher registriert. Es gibt also noch Luft nach oben.

Von Rolf Breiner
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