26.06.2020

Museum sucht Corona-Zeugnisse

Museum sucht Corona-Zeugnisse
Zeit-Zeugnisse einer aussergewöhnlichen Zeit: Toilettenpapier und Schutzmaske stehen für die Corona-Pandemie. | © Engin Akyurt

Toilettenpapier, Mundschutz und Desinfektionsmittel stehen für die Zeit der Corona-Pandemie. Aber welche Thurgauer Gegenstände dokumentieren diese Zeit noch? Das Historische Museum Thurgau will nun Gegenstände zusammentragen, um für die Nachwelt Erinnerungen an die derzeitige Situation im Thurgau zu bewahren. Dabei kann jeder mithelfen und so die Erinnerung an diese Zeit mitprägen.

Historische Museen haben den Auftrag, künftigen Generationen Einblicke in prägende Ereignisse der Vergangenheit zu verschaffen. Diesem Auftrag kann das Museum nur gerecht werden, wenn es heute prägnante Zeitzeugen auswählt, die dereinst unsere gegenwärtige Lebenswelt erklären. «Das Sammlungskonzept des Historischen Museums Thurgau sieht das Sammeln von Gegenwartsobjekten explizit vor – eine Tätigkeit, die in den letzten Jahren verstärkt in den Fokus gerückt ist», heisst es in einer Medienmitteilung des Museums.

Beim Sammeln der Corona-Zeugnisse will sich das Historische Museum Thurgau auf Gegenstände aus dem Kanton konzentrieren. Die Amriswiler Firma ISA Bodywear beispielsweise überlasse dem Museum ein Sortiment an kreativen Gesichtsmasken, unter anderem mit Edelweissmotiven, schreibt das Museum. Und: «Hände desinfizieren und Abstand halten ist das Gebot der Stunde. Daher befinden sich nun hausgemachte Desinfektionsmittel aus Apotheken aller fünf Bezirke sowie Plakate mit Verhaltensregeln im öffentlichen Verkehr und im Kantonsspital in der Sammlung.» Ein Glücksfall sei ein besonderes Geschenk: Nämlich das Stofftier «Coronaline». Sie ist die Zwillingsschwester von Klibys Caroline und verkörpert in der SRF-Satiresendung «Deville» das Virus im Plüschpelz. 

Ein Thurgauer Geschwisterpaar: Caroline und Coronaline. Die freakige «Coronaline» verkörpert die Zwillingsschwester von Klibys Caroline und verkörpert in der SRF-Satiresendung «Deville» das Virus im Plüschpelz. Bild: zVg

Wie erkennt man, was relevant ist?

Gegenwartsbezogene Objekte aufzuspüren und diese zu erwerben, bedeute für das Museum einen nicht zu unterschätzenden Aufwand. Gefragt seien dabei Kreativität sowie ein siebter Sinn für die Einzigartigkeit eines Objekts. Zudem bedürfe es auch einer Prise Glück, um an aussagekräftige, originelle und für die Region typische Gegenstände zu kommen.

Deshalb bittet das Museum die Bevölkerung um Mithilfe: «Das Museum freut sich, wenn sich die Thurgauer Bevölkerung an der Bewahrung von Corona-Gegenständen beteiligt», heisst es in der Medienmitteilung. Persönliche Erinnerungsstücke an diese Zeit können demnach per E-Mail beim Museum gemeldet werden unter: historisches.museum@tg.ch

Auch ein prägender Gegenstand der Corona-Zeit: Eine Flasche Desinfektionsmittel. Gesehen im Naturmuseum Thurgau. Bild: Sascha Erni

 

 

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