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von Elke Reinauer, 24.08.2026

Summerdays am oder auf dem See geniessen

Summerdays am oder auf dem See geniessen
Das Summerdays-Festival in Arbon zieht jedes Jahr viele Besuchende an. | © ZVG

Schon im Juli war beim Summerdays Arbon nichts mehr zu holen: Alle Ticketkategorien waren ausverkauft. Marketingleiterin Nina Fuchs erklärt, wie das Line-up zwischen Klassikern und Newcomern entsteht. (Lesedauer: 4 Minuten)

Wer für 2026 noch ein Ticket für das Summerdays Arbon sucht, kommt zu spät. Bereits im Juli waren sämtliche Kategorien restlos vergriffen, Monate vor dem eigentlichen Festival am Bodensee. Allerdings gibt es auch immer wieder viele Zaungäste, die vom See aus auf ihren Booten der Musik lauschen. Letztes Jahr wurden laut SRF mehrere Dutzend Motorboote gesichtet. Für viele macht der Reiz das Zuhören vom Wasser aus, das Meer von Booten erinnere an Monaco und Formel 1, so Festival-Chef Cyrill Stadler gegenüber SRF. Die Boote gehören also zum Festival dazu. Dieses wartet in diesem Jahr wieder mit einem Line-up auf, das sich am Mainstream orientiert. Mit dabei sind unter anderen Roxette und Nena sowie Valentino Vivace.

 

Zuhören vom See aus erlaubt: Viele Gäste kommen mit dem Boot. Bild: ZVG

 

Klassiker treffen auf Newcomer

Ein Zufall ist die Kombination aus etablierten Namen und jungen Acts nicht. „Das Summerdays ist bewusst so programmiert, dass sich unterschiedliche Generationen und musikalische Vorlieben am Festival wiederfinden“, sagt Marketingleiterin Nicole Fuchs. Über die Jahre habe sich dabei eine klare Aufteilung herausgebildet. Der Freitag setzt auf Klassiker und zieht ein breites, eher älteres Publikum an. So treten etwa Gotthard, Nena und Roxette auf.

Der Samstag richtet sich stärker an junge Besuchende und Familien, zum Beispiel mit dem Auftritt von Max Herre und Joy Denalane oder Tom Odell. „Bei der Programmierung geht es deshalb nicht darum, einfach möglichst unterschiedliche Acts zu kombinieren, sondern ein stimmiges Gesamtprogramm für die beiden Festivaltage zusammenzustellen“, so Fuchs weiter. Internationale Grössen treffen deshalb gezielt auf jüngere Künstlerinnen und Künstler wie Riana oder der Schweizer Band Hecht.

 „Das Summerdays ist bewusst so programmiert, dass sich unterschiedliche Generationen und musikalische Vorlieben am Festival wiederfinden.“

Summerdays-Marketingleiterin Nicole Fuchs

Mainstream mit Absicht

Damit positioniert sich Arbon deutlich anders als die Festivals in der Ostschweizer Nachbarschaft. Das Open-Air Frauenfeld setzt seit Jahren auf Hip-Hop und eine junge Szene. Das Open-Air St. Gallen sucht seine Nische im Alternative- und Indie-Bereich. Das Summerdays dagegen bekennt sich zum Mainstream, und genau darin liegt sein Kalkül: Wo andere Festivals auf ein Genre oder eine Generation setzen, möchte Arbon alle ansprechen, von den Grosseltern bis zu den Enkeln. Roxette und Nena ziehen das Publikum an, das mit ihnen aufgewachsen ist. Valentino Vivace und Riana holen die Töchter und Söhne gleich mit. Nischenpublikum sucht man am Bodensee vergeblich, das ist hier kein Makel, sondern Programm.

 

Im vergangenen Jahr war Gianna Nannini einer der Topacts. Bild: ZVG

 

Mehr als nur Konzerte

Was das Summerdays ebenfalls von anderen Schweizer Sommerfestivals unterscheidet, ist für Fuchs nicht allein die Lage am See, auch wenn diese die Kulisse des Festivals bildet. „Wir verstehen das Festival nicht nur als Konzertveranstaltung, sondern als Gesamterlebnis und auch ein wenig als Begegnungsfest“, sagt sie. Eltern mit Kindern, junge Festivalgänger:innen und langjährige Musikfans sollen gleichermassen auf ihre Kosten kommen, jede und jeder mit den eigenen musikalischen Höhepunkten. Dazu komme die überschaubare Grösse des Geländes in Arbon und die Nähe zum See.

Zug statt Auto

Ein Thema, das den Veranstaltern sichtlich wichtig ist, ist die Anreise. Seit Ticketkäuferinnen und Ticketkäufer kostenlos mit dem öffentlichen Verkehr aus der ganzen Schweiz anreisen können, hat sich der entsprechende Besuchendenanteil verfünffacht. Günstig ist das für die Veranstaltenden nicht: Die effektiven Kosten der ÖV-Tickets trägt das Festival selbst. Mit SBB RailAway steht man deshalb im regelmässigen Austausch, um das Angebot langfristig finanzierbar zu halten. Im Ticketpreis findet sich dafür ein Klimabeitrag von drei Franken, mit dem das Publikum für die Investition in solche Massnahmen sensibilisiert werden soll.

 

Aufträge für die Region

Wirtschaftlich strahlt das Festival über das eigene Gelände hinaus: Hotellerie, Gastronomie und Transport in Arbon und der Region profitierten von den zusätzlichen Gästen, sagt Fuchs. Dazu kämen direkte Aufträge an regionale Unternehmen, etwa in den Bereichen Infrastruktur, Logistik, Technik und Sicherheit. Zu den genauen Zahlen verweist sie an die Stadt Arbon.

Die Kunst der Balance

Die grösste Herausforderung bei der Planung 2026 war laut Fuchs, aus vielen Faktoren gleichzeitig ein stimmiges Ganzes zu formen: die Verfügbarkeit und Kosten der Künstlerinnen und Künstler, die Erwartungen des Publikums, die unterschiedlichen Zielgruppen der beiden Tage. Geholfen hat dabei auch das Schwesterfestival Seaside in Spiez, das am 28. und 29. August 2026 zeitgleich stattfindet. Die beiden Festivals profitieren beim Booking voneinander, mehrere Acts, die in Arbon spielen, treten auch in Spiez auf.

Wer 2026 kein Ticket mehr ergattert hat, dem bleibt vorerst nur ein Platz im oder auf dem See zum Zuhören – ganz ohne Bändchen, aber mit Abkühlung.

 

Die Stimmung am See ist einfach unvergleichlich. Bild: ZVG

Summerdays Arbon 2026

Das komplette Line-up 2026 umfasst zwölf Acts.

Am Freitag, 28. August spielen Roxette, Anastacia, Gotthard, Nena und Ellis Mano Band.

Am Samstag, 29. August treten Tom Odell, Hecht, Max Herre & Joy Denalane, Lo & Leduc, Valentino Vivace, Gigi Malua und Riana auf. 

 

Weitere Informationen zum Festival gibt es hier: summerdays.ch

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