von arttv, 05.08.2025
Vergangenheit trifft auf Gegenwart

«Mein Bruder Klaus»: Vom mittelalterlichen Mystiker zum modernen Manager: eine zeitübergreifende Geschichte über Sinnsuche und radikalen Neubeginn als Freilichtspiel. (Lesedauer: ca. 1 Minute)
Das Freilichtspiel «Mein Bruder Klaus» der Bühne Thurtal erzählt von zwei Männern, die – zwar in unterschiedlichen Epochen lebend – doch Ähnliches erleben. Und in Zeiten persönlicher und gesellschaftlicher Umbrüche nach innerer Klarheit und Lebenssinn suchen. Gespielt wird an zwei besonderen Orten: Bereits im Juli vor ausverkauften Rängen im historischen Kloster Fischingen und nun im August im Lido in Rapperswil. Im Zentrum stehen Bruder Klaus, Mystiker und Friedensstifter, und Matteo Eggimann, Politikberater.
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Unsere Besprechung des Stücks gibt es hier.
Über das Stück
Als «Bruder Klaus» vom Krieg zurückkehrt, hat sich seine Sicht auf die Welt durch das Erlebte verändert. Er wird ein wichtiges Mitglied seiner Gemeinde, ein liebevoller Vater und ein angesehener Richter. In der zweiten Hälfte seines Lebens will er all das aufgeben, um seinem inneren Ruf zum «einig Wesen» zu folgen. Auf dem Weg dorthin muss er sich nicht nur den kritischen Fragen seiner Frau Dorothee Wyss, sondern auch der Inquisition stellen.
Matteo Eggimann, ein Familienmensch und erfolgreicher Geschäftsmann im 21. Jahrhundert, erlebt ein ähnliches Schicksal. Am Höhepunkt seiner Karriere verändern Schicksalsschläge auch seine Sicht auf die Dinge. Während eines Regenerationsaufenthaltes in einer Burnout-Klinik wächst ihm die Person des Bruder Klaus ans Herz und dessen Lebensweg wird ihm zum Vorbild. Aber kann ein erfolgreicher Geschäftsmann des 21. Jahrhunderts diesen Rückzug aus der Welt überhaupt stemmen, ohne dass alles um ihn herum zusammenbricht? Ist der Weg des Bruder Klaus im 21. Jahrhundert überhaupt noch möglich?
Historischer Hintergrund
Niklaus von Flüe, Nationalheiliger der Schweiz, im Volksmund Bruder Klaus genannt, ist eine der herausragendsten Persönlichkeiten weit über die Landesgrenzen hinaus. Seine friedensstiftende Bedeutung im ausgehenden 15. Jahrhundert war enorm, sein Ruf ist auch heute noch ungebrochen legendär. Vielen Schweizern ist er ein Ratgeber! C. G. Jung bezeichnet ihn als den grössten Mystiker der Schweiz.
Spielort Rapperswil-Jona
Rapperswil-Jona ist ein Städtchen mit knapp 28 000 Einwohner:innen und in diesem Jahr ebenfalls Spielort für das Freilichtspiel «Mein Bruder Klaus». Erstmals findet ein Freilichtspiel der Bühne Thurtal an zwei Spielorten statt. Gespielt wird in Jona mit dem See als Hintergrund. Die Seepromenade mit dem Schloss – das mächtigste Wahrzeichen der Stadt Rapperswil – ist ein beliebtes Ausflugsziel. Die Geschichte soll auch in den heimeligen Gassen und auf den grosszügigen Plätzen überall spürbar werden.

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