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von arttv, 21.12.2020

Wie werden wir zu dem was wir sind?

Wie werden wir zu dem was wir sind?
Ausstellungsansichten der Ausstellung «Geschlecht. Jetzt entdecken» im Stapferhaus Lenzburg | © Stapferhaus / Anita Affentranger

Das Stapferhaus Lenzburg zählt zu den innovativsten und klügsten Museen der Schweiz. Jetzt zeigt das Haus eine Ausstellung über Männer und Frauen. Hunderte von Geschichten rund um unser Geschlecht. Erheiternd, erleuchtend, erstaunlich.

Es ist überall. Im Kopf und im Körper, am Stammtisch und auf dem Spielplatz, im Büro und im Bett – und es sorgt für Diskussionsstoff: das Geschlecht. Das Stapferhaus in Lenzburg widmet diesem Thema die nächste Ausstellung und lädt zu einer faszinierenden Entdeckungsreise ein. Wie entsteht Geschlecht, was macht uns zur Frau, was zum Mann und was führt darüber hinaus?

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Männlich oder weiblich

Zu entdecken gibt es weit mehr als rosarote oder hellblaue Welten. Warum trugen Männer früher Stöckelschuhe, warum sind Frauen die besseren Astronauten? Hunderte von Fragen werden aus neuer Perspektive beleuchtet und fordern uns dazu auf mitzureden, wie wir heute und in Zukunft unser Geschlecht leben wollen. Liegt es an den Chromosomen oder an der Erziehung?

Wer als echter Mann oder echte Frau gilt, wer die Macht hat, wie wir unsere Körper verstehen, wie wir uns lieben und unser Geschlecht leben, hat eine jahrtausendealte, meist von Männern geschriebene Geschichte. Aber nichts muss so sein, wie es ist. Wie wir unser Geschlecht leben, ist auf gesellschaftlicher und individueller Ebene gestaltbar.

Breite Palette

In einem wunderschönen Animationsfilm wird zuerst die Biologie erklärt. Die Vielfalt der Natur mündet in zwei gesellschaftlich anerkannte Geschlechter. Hellblau und rosa. Anhand von vielen provokativen und auf den Punkt gebrachten Aussagen wird in einem grossen Saal die Geschichte der Wahrnehmung und der Definition der Geschlechter berichtet. Vielfältige Audio- und Videoaufnahmen erzählen über das Mann- und Frausein, beleuchten Fragen zu Sex, Liebe, Körper, Schönheit, Macht und Ordnung.

Zum Entdecken gehört darüber zu reden. Im Zentrum sollen die Besuchenden stehen, was es für sie bedeutet. Kleine Kabinen geben nach dem Rundgang die Möglichkeit, im Tête-à-Tête darüber zu reden oder in einer grossen Arena den Aussagen von 60 Leuten über ihre Geschlechterrollen und ihr Selbstverständnis zuzuhören.

Die Ausstellung ist bis zum 31. Oktober 2021 zu sehen. Die aktuellen Öffnungszeiten findet ihr auf der Internetseite des Museums.

Mehr über das Stapferhaus

Ein Interview mit Sibylle Lichtensteiger, der Leiterin des Stapferhauses, findet ihr auch bei uns im Magazin. Darin spricht sie unter anderem über die Frage, was ein Museum im 21. Jahrundert leisten sollte und was gute Ausstellungen ausmacht.

 

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