08.07.2019

Atelierstipendium: Zimmer frei im Tessin

Atelierstipendium: Zimmer frei im Tessin
Zimmer frei im Tessin: Die Eduard-Bick-Stiftung vergibt hier auch 2020 wieder ein Atelierstipendium. | © Stadt Wil

Die Stadt Wil vergibt auch 2020 wieder ein vierwöchiges Atelierstipendium im Tessin. Bewerbungen sind noch bis 8. September möglich. 

Die Stadt Wil bietet laut Medienmitteilung Kulturschaffenden mit Bezug zur Stadt Wil die Möglichkeit, im Rahmen eines Bick-Atelierstipendiums ihr künstlerisches Schaffen zu vertiefen. Dazu vergibt sie jährlich zwischen Januar und Juni einen Aufenthalt von vier Wochen als Stipendium in einem der drei Bick-Häuser in Sant’Abbondio im Tessin. Zum kostenlosen Aufenthalt kommen nach Angaben der Stadt Wil 1‘000 Franken Taschengeld hinzu. Das Kulturförderprojekt wurde 2017 lanciert. Anlass war der 70-igste Todestag des Wiler Künstlers und Kulturförderers Eduard Bick.

Die Häuser der Stiftung seien auch für Familien geeignet, heisst es in der Medienmitteilung weiter. Es herrsche Residenzpflicht. Bewerbungsberechtigt sind demnach Kulturschaffende aller Sparten mit Bezug zur Stadt Wil. Die Bewerbung könne bis zum 8. September 2019 formlos per E-Mail an wil@bick-ateliers.ch erfolgen mit der Angabe von Gründen, die für einen Aufenthalt sprechen (kurzes Motivationsschreiben) und einem Link auf die Dokumentation des eigenen Werkes und der Biographie.

Stipendium wird am 28. November vergeben

Zusätzlich zum Atelierstipendium könne ein Mentoring beantragt werden, so die Stadt Wil in ihrer Medienmitteilung. Damit sei gemeint, dass ein Mentor oder eine Mentorin eingeladen werden kann, das fachliche Wissen oder Erfahrungen weiterzugeben, bei einer Projektentwicklung unterstützend zu wirken oder die künstlerische Tätigkeit kritisch zu beurteilen und mit dem Stipendiaten, der Stipendiatin zu besprechen. Gewünschte Mentoren, Expertinnen oder Projektpartner seien mit entsprechender Begründung anzugeben.

Anzugeben seien zudem die gewünschten Zeitpunkte des Aufenthaltes und das gewünschte Haus (siehe www.bick-ateliers.ch ). Unter dieser Adresse sind auch die Belegungen respektive die noch freien Termine ersichtlich. Aufenthalte können nach dem Stipendium auf eigene Kosten verlängert werden, dabei gelte der Tarif «ab 29. Nacht». Diesbezügliche Wünsche sind bei der Bewerbung anzugeben. Die Kulturkommission der Stadt Wil bildet die Jury. Das Stipendium wird anlässlich der Verleihung der Förder-, Anerkennungs- und Kulturpreise der Stadt Wil am Donnerstag, 28. November 2019 übergeben.
 
Weitere Informationen unter: www.stadtwil.ch/atelierstipendium 
 

Eduard-Bick-Stiftung: Eine Stiftung für die Kunst

Wer war Eduard Bick? Eduard Bock ist am 15. Januar 1883 in Wil geboren. Wie seine Vorfahren erlernte er den Beruf des Goldschmieds. Über Innsbruck und Altena kam er 1905 an die Goldschmiedeakademie in Hanau. Kurz darauf wechselte er an die Kunstakademie München und widmete sich der Malerei. In den Folgejahren wuchs seine Faszination für die Bildhauerei. 1910, 1921 und 1922 wurde er mit einem Eidgenössischen Kunststipendium ausgezeichnet.

 

Nach verschiedenen Aufenthalten in Berlin und in Sant’Abbondio im Tessin, während denen er neben seinem künstlerischen Schaffen auch Entwürfe für die Wiler Goldschmiede zeichnete, kehrte Eduard Bick 1919 mit seiner Ehefrau Angelika in die Schweiz zurück; am 15. August 1947 starb er in Zürich.

 

1956 starb auch Angelika Bick, nachdem sie testamentarisch Land und Haus in Sant’Abbondio für eine zu gründende Eduard Bick-Stiftung vermacht hatte. Seit 1959 steht Bicks ehemaliges Atelierhaus Künstlern in Sant’Abbondio nun für Arbeitsaufenthalte zur Verfügung. 1994 kam ein Wohnatelier in Sant’Abbondio dazu, 2001 ein Atelierhaus in Costa sopra Intragna, die ebenfalls durch die Eduard Bick-Stiftung verwaltet werden.

 

Was macht die Stiftung? Die Stiftung Eduard Bick ermöglicht in- und ausländischen Künstlerinnen und Künstlern aus den Sparten visuelle Kunst, Literatur, Musik, Tanz, Theater, Performance, Film und Architektur seit 1959 mit Stipendien kurz- und langfristige Aufenthalte im Tessin: Stipendiaten können in den Bick-Ateliers ihre künstlerische Arbeit vertiefen und weiterentwickeln. Dabei sind die Stipendien nicht an die Vorgabe geknüpft, nach Ende des Aufenthalts ein fertiges Produkt präsentieren zu müssen.

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