von Katharina Alder, 31.12.2011
Für den Januar genau das Richtige!

Zum Jahresende startet die Bühni Wyfelde mit der Silvesterpremière das diesjährige Stück „Die Mausefalle“ von Agatha Christie.
Katharina Alder
In London wird eine Frau ermordet aufgefunden. Die Spur führt in die neu eröffnete und an jenem Abend vollbesetzte Pension „Monkswell Manor“. Der heftige Wintereinbruch mit mehreren Fuss Neuschnee führt dazu, dass die jungen Pensionsführer Mrs. und Mr. Ralston (Werner Münger und Eva Wechsler) zusammen mit ihren Gästen und somit auch dem Mörder im altehrwürdigen Haus festsitzen.
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Die illustre Gästeschar setzt sich zusammen aus der versnobten Tante Mrs. Boyle (Ingrid Isler), der wunderbar sarkastischen Miss Casewell (Esther Hollenstein), dem in seiner Kindheit stecken gebliebenen, sehr ulkigen Mr. Wren (Pascal Aubry), dem schon etwas älteren und unsortierten Major Metcalf (Heinz Wiederkehr) und dem undurchsichtigen Edelmann-Mafiosoverschnitt Mr. Paravicini (Thomas Götz). Durch viel Geschick erreicht Sergeant Trotter (Benjamin Heutschi) von Scotland Yard das Anwesen und beginnt seine Ermittlungen in dem Mordfall.
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Regie führte der aus früheren Sommerproduktionen bekannte Walter Millns. Ihm gelingt es, das nicht ganz einfache Genre des Kriminalstücks kurzweilig auf die Bühne zu bringen. Zusammen mit seinen Schauspielern entwickelte er unterhaltsame, lebendige Figuren und legte grosses Augenmerk auf deren Sprache, was dem Geschehen auf der Bühne zu Gute kommt.
Ein sehr glückliches Händchen bewies die Kostümbildnerin Tanja Gross, welche die Charaktere der Figuren mit ihrer Arbeit sehr schön unterstützte. Licht führte Christian Stricker – man beachte die wunderbare Atmosphäre im Foyer –, die Bühne baute Peter Affentranger.
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Das diesjährige Stück ist genau das Richtige für einen gemütlichen, dunklen Januarabend und das Ensemble der „Bühni Wyfelde“ dankt ihren Besuch mit einer spielfreudigen, undurchsichtigen Darbietung. Viel Vergnügen!
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