Neuer Erzählband von Peter Stamm

Neuer Erzählband von Peter Stamm
«Es ist wie beim Roulette: Wenn zweimal rot kommt, kann auch beim dritten Mal wieder rot kommen.» Der Schriftsteller Peter Stamm über seine Sorgen vor der Verleihung des Schweizer Buchpreises 2018. Stamm war zuvor bereits zweimal nominiert gewesen. | © Anita Affentranger

Für das Buch „Wenn es dunkel wird“ hat der aus Weinfelden stammende Autor elf neue Geschichten geschrieben. Sie erscheinen Ende September im Fischerverlag.

„Ohne dass ich es geplant hätte, geht es in vielen um irrationale Dinge, um Menschen die auftauchen und verschwinden“, erklärt Peter Stamm in seinem aktuellen Newsletter. Am 23. September soll der Band im S.Fischerverlag erscheinen. Darin finden sich Geschichten, die Stamm in den letzten Jahren geschrieben hat. Wenn alles gut geht, will der aus Weinfelden stammende Schriftsteller das neue Buch auch dem Publikum persönlich vorstellen: „Inzwischen sind auch schon erste Lesungen für den Herbst geplant, in der Hoffnung, dass bis dahin wieder grössere Veranstaltungen möglich sind“, schreibt Stamm.

Die vergangenen Monate waren auch für eine Erfolgs-Autoren wie Peter Stamm speziell: „Die meisten meiner Lesungen in diesem Frühling wurden abgesagt, darunter Reisen in die USA, nach Frankreich, Österreich, Italien und Deutschland. Dafür hatte ich mehr Zeit zu schreiben (und mein Büro aufzuräumen)“, notiert Stamm in seinem Newsletter. Wie er diese vergangenen Wochen erlebt hat, das kann man jetzt in seinem Corona-Tagebuch nachlesen, das er für das Aargauer Literaturhaus verfasst hat. Darin beschreibt er unter anderem seine Gefühlslage.

Das Grundgefühl: Es geht uns gut

„Am ehesten könnte man das Gefühl als ein Rezept beschreiben: Man nehme etwas Sorge, etwas Nervosität, etwas Verwunderung, ziemlich viel Unruhe, ein paar Vorahnungen, Unentschlossenheit, Antriebslosigkeit und doch auch eine Prise Zuversicht. Das Gefühl kommt und geht in Wellen. Manchmal verschwindet es ganz und ich denke, was viele sagen: Uns geht es ja gut, kein Vergleich mit dem, was andere Menschen erleben und aushalten müssen, nur keine Wehleidigkeit. Räum dein Büro auf, führe die Buchhaltung nach, geh spazieren. Aber Gefühle lassen sich nicht mit Argumenten bekämpfen, man hat sie einfach, bis sie anderen Platz machen“, schreibt Stamm zum Beispiel am 22. März.

Insgesamt hat Peter Stamm vom 19. März bis 20. Mai in seinem Corona-Tagebuch eigene Gedanken und Stimmungslagen dokumentiert. Alle Texte sind in einem PDF frei abrufbar.

Neue Projekte: Ein Roman und ein Musiktheater

Mittlerweile sitzt der Autor schon wieder an einem neuen Projekt - ein neuer Roman. Worum es dabei geht? „Eine Idee, an der ich schon seit Jahren herumdenke. Das Schreiben war am Anfang ziemlich schwierig und ging nur sehr langsam voran, aber inzwischen läuft es besser, auch wenn ich noch immer nicht weiss, ob aus dem Projekt etwas wird. Die Unsicherheit beim Schreiben ist zugleich das Spannende und das Belastende an dieser Arbeit“, so Stamm.

Es ist aber nicht das einzige Vorhaben an dem der Schriftsteller gerade arbeitet: „Für den Herbst 2021 ist ausserdem ein Musiktheater geplant, an dem ich mit der Komponistin Jamie Man seit längerer Zeit arbeite. Es ist mein erstes Libretto und es ist faszinierend mit jemandem aus einer anderen Kunstsparte zusammenzuarbeiten und andere Herangehensweisen kennenzulernen.“

Video: 6 Fragen an Peter Stamm

HTML Comment Box is loading comments...

Kommt vor in diesen Ressorts

  • Literatur

Kommt vor in diesen Interessen

  • Belletristik

Werbung

Kommentierte Beiträge

Lesen und mitdiskutieren!

Wir sind thurgaukultur.ch:

Unser Team & unsere Autor*innen.

Unsere Neuen!

Bereits 238 Kulturakteure sind auf unserem Kulturplatz präsent.

COVID-Unterstützung für den Kultursektor

Direktlink zu den Informationen des Kulturamts

Ähnliche Beiträge

Literatur

Was sein soll, wird sein

Was bedeutet die Corona-Pandemie für AutorInnen? Sie brauchen vor allem Geduld. So wie Ariela Sarbacher. Kurz vor dem Lockdown war ihr Debütroman erschienen. Hier schreibt sie, wie es ihr damit geht mehr

Literatur

Literatur auf dem Land

Vor 20 Jahren wurde das Bodman-Literaturhaus in Gottlieben eröffnet. Was hat sich seither getan? Jochen Kelter, der erste Programmchef des Hauses, erinnert sich. mehr

Literatur

«Das Literaturhaus muss noch bekannter werden»

Der Amriswiler Gallus Frei übernimmt ab dem Sommer die Programmleitung des Literaturhauses Thurgau. Der Literaturvermittler will das Haus noch weiter öffnen. mehr