Seite vorlesen

von arttv, 11.08.2025

Spuren in Farbe

Spuren in Farbe
Denise Bertschis filmische und installative Arbeiten hinterfragen die Rolle der Wissenschaft innerhalb kolonialer, wirtschaftlicher und industrieller Machtgefüge. | © arttv.ch

Was offenbaren Farben über unsere (koloniale) Industriegeschichte? Denise Bertschi zeigt dazu ein neues Kunstprojekt im Kulturhaus Obere Stube in Schaffhausen. (Lesedauer: ca. 1 Minute)

Denise Bertschi untersucht in ihrem neuen künstlerischen Forschungsprojekt die Verflechtungen von Wissenschaft, Chemie und kolonialer Industriegeschichte. Entlang des Farbstoffs Brasilin aus brasilianischem Rotholz folgt sie den materiellen und visuellen Spuren zwischen Brasilien und der Schweiz. Ihre filmischen und installativen Arbeiten hinterfragen die Rolle der Wissenschaft innerhalb kolonialer, wirtschaftlicher und industrieller Machtgefüge – damals wie heute.

Jetzt das ganze Video ansehen

Eintauchen in die «Kolonial-Chemie»

Ausgangspunkte sind die Färber- und Fotochemie des 19. und frühen 20. Jahrhunderts sowie die Biografien der ETH-Professoren Pompejus Bolley und Robert Gnehm. Teile von Gnehms Nachlass gingen an seinen Neffen Jakob und seine Nichte Emma Windler, aus deren Erbe später die Jakob und Emma Windler-Stiftung hervorging. Ein besonderer Fokus der Ausstellung liegt auf dem Farbstoff Brasilin aus brasilianischem Rotholz. Die Künstlerin und Forscherin folgt den visuellen und materiellen Spuren zwischen Brasilien und der Schweiz. In filmischen und installativen Arbeiten zeigt sie, wie Wissenschaft bereits früh in wirtschaftliche und koloniale Strukturen eingebettet war.

 

Die Ausstellung

COLORS OF (COLONIAL) CHEMISTRY  | Kulturhaus Obere Stube | Jakob und Emma Windler-Stiftung | 6. Juli bis 31. Oktober 2025

 www.kulturhaus-oberestube.ch 

 

Kommentare werden geladen...

Von arttv

Kommt vor in diesen Ressorts

  • Kunst

Kommt vor in diesen Interessen

  • arttv.ch
  • Bildende Künste

Werbung

Literaturwettbewerb «Das zweite Buch» 2026

Die Marianne und Curt Dienemann Stiftung Luzern schreibt zum achten Mal den Dienemann-Literaturpreis für deutschsprachige Autorinnen und Autoren in der Schweiz aus. Eingabefrist: 15. Juni 2026

Ähnliche Beiträge

Kunst

Erst Neo-Pop-Kunstgalerie, dann Wohnraum

Ein rotes Haus an der Murg wird zur Bühne für Kunst und Visionen: Haru Vetsch zeigt seine Sammlung – und schafft zugleich Raum für ein generationenübergreifendes Wohnprojekt. mehr

Kunst

Kunst im Dazwischen

Für Christoph Rütimann zählt der Prozess des Kunstschaffens mehr als das Produkt. Eine Retrospektive im Kunstverein Frauenfeld zeigt 30 Jahre Schaffen zwischen Zeichnung, Film, Objekt und Erfahrung. mehr

Kunst

Wo Kunst Begegnung schafft

Ein Kunstort in der Provinz wird zum Treffpunkt mit Ausstrahlung: Seit zehn Jahren verbindet das Haus zur Glocke in Steckborn zeitgenössische Kunst, Dialog und gesellschaftliche Fragen. mehr