von Samantha Zaugg, 05.06.2020

Was den Thurgau ausmacht

Was den Thurgau ausmacht
Ein Ausstellungsprojekt in sechs Themen aufgefächert: «Thurgauer Köpfe» will den Kanton in seiner Vielfalt zeigen. | © Museen

Lange geplant, nun endlich eröffnet: Ab 6. Juni startet das Ausstellungsprojekt „Thurgauer Köpfe“ in sechs kantonalen Museen. Eine Übersicht, was es wo zu sehen gibt.

Grosse Dinge stehen bevor: Am Wochenende öffnet endlich die lange geplante Ausstellung „Thurgauer Köpfe“ in den kantonalen Museen. Eigentlich war die Vernissage für Ende April geplant, aber die Corona-Pandemie machte dem Ganzen einen Strich durch die Rechnung. Nun gibt es zwar keine grosse Eröffnungsfeier, aber die Ausstellungen sind ab Samstag zugänglich.

Hinter den „Thurgauer Köpfen“ verbergen sich Frauen, Männer, Tiere oder Pflanzen. Sie sind das Herzstück einer Premiere im Thurgau: Historisches Museum, Ittinger Museum, Kunstmuseum, Museum für Archäologie, Naturmuseum und Napoleonmuseum lancieren zum ersten Mal ein gemeinsames Projekt mit Ausstellungen an vier Standorten. Insgesamt soll fern der gängigen Stereotypen das, was den Thurgau ausmacht, aus je unterschiedlichen Perspektiven sichtbar gemacht werden.

Video: Blick in die Ausstellungen

«Wir wollten einen umgekehrten Ansatz verfolgen und schauen, was es braucht, um ein Thurgauer Kopf zu werden», sagt Keck. Entsprechend widmet sich das Historische Museum Thurgau mit dem Titel «Tot oder lebendig» jenen Köpfen, die die Gesellschaft bestimmt. Dabei soll es auch um die grundsätzliche Frage gehen, wer denn warum in welchem Moment zu einem Thurgauer Kopf wird.

Bei Markus Landert im Kunstmuseum Thurgau stehen unter dem Motto « Frauen erobern die Kunst» Thurgauer Künstlerinnen von 1880 bis 1980 im Fokus.

Jedes Museum hat seinen eigenen Ansatz gewählt

Im Ittinger Museum wird unter «Ein Bankierssohn pflügt um» das Leben von Victor Fehr beleuchtet, der 1867 die Kartause Ittingen erworben hatte und einen modernen Landwirtschaftsbetrieb aufbaute. Das Museum für Archäologie begibt sich auf die Spuren von Karl Keller-Tarnuzzer, der mit seinen Grabungen zwischen 1928 und 1963 Fundstellen wie Hüttwilen-Stutheien, Eschenz-Insel Werd oder Pfyn- Breitenloo prägte.

Das Naturmuseum Thurgau zeigt unter dem Motto «Einzigartig vielfältig» wörtlich Köpfe, vom klugen menschlichen Kopf bis hin zum kopflosen Sammlungsbeleg. Im Napoleonmuseum Thurgau schliesslich gibt es mit Kaiserin Eugénie, die 1906 das Schlossgut Arenenberg dem Thurgau stiftete, zum Thema «Eine Kaiserin bringt Kohle» ein königliches Stelldichein.

Das Coronavirus hatte den Fahrplan der «Thurgauer Köpfe» auf den Kopf gestellt. Statt Ende April eröffnen die sechs Ausstellungen nun erst am 6. Juni. Das bleibt nicht die einzige Änderung: Vom geplanten Veranstaltungsprogramm zur Ausstellung können aufgrund der besonderen Voraussetzungen nur Bruchstücke umgesetzt werden, erklärten die Museen in einer Medienmitteilung. Der zur Eröffnung geplante Tag der offenen Tür und weitere grössere Veranstaltungen fallen demnach aus.

Aktionswochen während der Sommerferien geplant

Anstelle der Veranstaltungen planen die sechs Museen aber Aktionswochen während der Sommerferien mit Angeboten, bei denen die Gruppengrössen klein bleiben und die Abstandsregeln eingehalten werden können. Informationen zum Programm finden sich zeitnah auf der Homepage www.museenthurgau.ch

Pünktlich zur Eröffnung der Ausstellung erscheint auch eine Safarikarte für die jungen Besucherinnen und Besucher. Es gilt, in jedem der sechs Museen eine Aufgabe zu lösen und damit den eigenen Museumslöwenpass zu vervollständigen.

Die von den kantonalen Museen herausgegebene Karte «Mit Thurgauer Köpfen durch den Kanton» bietet Vorschläge, wie und wo auch ausserhalb der Museumsmauern die Spuren von Thurgauer Köpfen zu finden sind. So öffnen sich vielfältige Möglichkeiten, mit dem Velo oder zu Fuss oftmals unbekannte kulturelle Schätze vor der eigenen Haustüre zu entdecken.

Eine Karte soll thematische Entdeckungen ermöglichen

Die Karte lädt zu einer Reise durch den Thurgau ein, von Frauenfeld über Ittingen auf den Arenenberg oder gar weiter durch den ganzen Kanton. Sie ist laut Museen online unter www.museenthurgau.ch  einzusehen oder aber kostenlos bestellbar unter museenthurgau@tg.ch

Das sechsteilige Ausstellungsprojekt kann bis zum 18. Oktober 2020 im Historischen Museum, Ittinger Museum, Kunstmuseum, Museum für Archäologie, Naturmuseum und Napoleonmuseum besucht werden.

Ausserdem ist ein illustrierter Katalog entstanden, der die verschiedenen Herangehensweisen der Ausstellungsmacherinnen und -macher zum Thema veranschaulicht. Das Buch kann ab 6. Juni 2020 für 20 Franken in den Shops der beteiligten Museen oder im Buchhandel bezogen werden.

Transparenz-Hinweis: Dieser Beitrag ist in Kooperation mit Thurgau Tourismus entstanden. Was genau bedeutet das? Vor allem eines: Thurgau Tourismus beteiligt sich zu zwei Dritteln an den Produktionskosten des Videobeitrags, darf diesen dafür auch auf seinen Kanälen verwenden. Die Auswahl der Protagonisten des Videos erfolgte auf Vorschlag von thurgaukultur.ch, in Absprache zwischen thurgaukultur.ch und Thurgau Tourismus. Die Auswahl und das Verfassen der Textbeiträge lag alleinig bei der Redaktion von thurgaukultur.ch. Wenn ihr weitere Fragen zu der Kooperation zwischen uns und Thurgau Tourismus habt, schreibt uns gerne eine E-Mail: Entweder an redaktion@thurgaukultur.ch oder direkt an mich: Michael.luenstroth@thurgaukultur.ch  

 

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