29.09.2026
Zwei Gartenanlagen, ein gemeinsamer Parkführer

Ein neuer Parkführer verbindet Arenenberg und Lilienberg zu einem Rundgang. Das Buch zeigt die Geschichte und die historischen Verbindungen der beiden Gartenanlagen am Bodensee. (Lesedauer: ca. 2 Minuten)
Das Schlossgut Arenenberg und der benachbarte Lilienberg haben mehr miteinander zu tun als ihre Nähe am westlichen Bodensee vermuten lässt. Beide Gartenanlagen sind historisch miteinander verbunden. Ein neuer Park- und Gartenführer zeichnet diese Verbindungen nach und führt durch die beiden Anlagen. Autor ist Dominik Gügel, Direktor des Napoleonmuseums Arenenberg.
Die beiden Anlagen liegen nur wenige hundert Meter voneinander entfernt. Ihre gemeinsame Geschichte reicht laut einer Medienmitteilung des Napoleonmuseum bis ins Jahr 1837 zurück. Eine Verbindung bestand unter anderem über den Obergärtner Josef Stanislaus Kodym, der bis zu seinem Tod um 1905 für beide Anlagen tätig war.
Zum Lilienberg gehören die historische Villa und eine rund fünf Hektar grosse Gartenanlage. Seit den 1980er-Jahren gehört das Areal zur Stiftung Lilienberg Unternehmerforum. Der neue Führer stellt die Geschichte beider Landsitze vor und verbindet sie zu einem gemeinsamen Rundgang.
Gartenlandschaften mit Blick auf den Bodensee
Die Verbindung der beiden Anlagen erklärt das Napoleonmuseum in einer Medienmitteilung mit der Gartenkunst des 19. Jahrhunderts. Damals wurden Sichtachsen gezielt eingesetzt, um die umgebende Landschaft in die Parkanlagen einzubeziehen. Auch benachbarte Parks konnten dadurch Teil der eigenen Garteninszenierung werden.
Der Arenenberger Park habe in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine wichtige Rolle bei der Entwicklung solcher Landschaftsgärten am westlichen Bodensee gespielt, heisst es in der Medienmitteilung. In der Folge seien in der Region weitere herrschaftliche Parkanlagen entstanden. Der Lilienberg wird darin als zeitgenössisches Pendant zum Arenenberg beschrieben.
Vom Arenenberg zum Lilienberg
Der Rundgang beginnt beim Schloss Arenenberg und führt durch den in den vergangenen 20 Jahren wiederhergestellten Landschaftspark. Zu den beschriebenen Elementen gehören der Pleasureground, die Grosse Promenade, die Tunnelgrotte, die Eremitage, die Serpentine und die Höllenschlucht.
Anschliessend führt der Weg über die «Ornamental Farm», die landwirtschaftlich genutzten Flächen des Arenenbergs, zum Lilienberg. Dort umfasst die Gartenanlage rund fünf Hektar. Zum Bestand gehören alte Bäume, Staudenbeete und Rasenflächen. Auch Skulpturen wie der «Wanderer» von Hermann Haller und die Gruppe «Nachdenkend» von Ernst Ghenzi werden im Führer vorgestellt.
Die Gebäude rund um die historische Villa Lilienberg stammen laut Medienmitteilung zu einem grossen Teil von Rudolf und Esther Guyer. Das Architektenpaar zählt demnach zu den bedeutendsten Vertretern der Schweizer Architektur der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
Geschichte und Rundgang in einem Buch
Den Auftakt des Buches bildet eine bebilderte Darstellung der Geschichte der beiden Landsitze von der Antike bis zur Gegenwart. Danach folgt der Rundgang durch die beiden Parkanlagen.
Der Park- und Gartenführer ist im Kunstverlag Josef Fink erschienen. Autor Dominik Gügel ist Historiker und Direktor des Napoleonmuseums Arenenberg. Er hat zahlreiche Beiträge zur europäischen Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts veröffentlicht und beschäftigt sich unter anderem mit der napoleonischen Epoche und der Gartengeschichte.
Dominik Gügel, Schlossgut Arenenberg und Villa Lilienberg – Park- und Gartenführer, 104 Seiten, 100 Abb., Format 13,6 x 19 cm, 1. Auflage 2026.
ISBN 978-3-95976-598-5
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