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Zwei Scheiben Kunst

Zwei Scheiben Kunst
Kunst am Bau. Die beiden Werke «Cut S06» und «Cut S07» von Katja Schenker bleiben am Gebäude Z der Pädagogischen Hochschule Thurgau (PHTG). | © Sebastian Stadler

Wie ein Schnitt durch die Zeit: Zwei Arbeiten der Künstlerin Katja Schenker bleiben in Kreuzlingen im öffentlichen Raum erhalten. Dank einer Schenkung der Künstlerin – und privaten Spender:innen. (Lesedauer: ca. 3 Minuten)

Was 2023 begann, wird nun fortgesetzt: Vor drei Jahren gewann die St. Galler Künstlerin Katja Schenker einen Kunst-am-Bau-Wettbewerb der Stadt Kreuzlingen – und gestaltete am Sportbad Bad Egelsee ihr Werk «einsinken». Seither steht die mehr als zwei Meter grosse, teils kupferrote, teils türkisblaue Skulptur vor dem Schwimmbad.

Jetzt wurden zwei weitere Werke von Schenker für den öffentlichen Raum erhalten. Die Arbeiten «Cut S06» und «Cut S07» bleiben somit am Gebäude Z der Pädagogischen Hochschule Thurgau (PHTG). Seit 2024 hingen sie hier. Damals hatte Katja Schenker eine Ausstellung im Kunstraum Kreuzlingen und verstand die Aussenarbeiten als Brücke zu dem, was sie im Kunstraum zeigte.

 

Freuen sich über den Erhalt der Kunstwerke im öffentlichen Raum (von links): Beat Consoni, Reto Müller, Katja Schenker, Cornelia Zecchinel, Seraina Perini, Philipp Kuhn, Hans Jörg Höhener und Barbara Zeleny. Bild: Michael Lünstroth

Die schwierige Suche nach wohlhabenden Kunstfreunden im Thurgau

«Die Künstlerin hat uns das Angebot gemacht, eine Arbeit dem Kanton zu schenken, die Kosten für die zweite Arbeit haben wir durch eine Public-Private-Partnership finanzieren können. Das kantonale Kulturamt (über den Ankaufskredit der Ankaufskommission, also aus Lotteriefonds-Geldern) und private Spender:innen haben das ermöglicht», sagte Hans Jörg Höhener, Präsident der Thurgauer Kulturkommission, bei der kleinen Übergabefeier in Kreuzlingen. Die Suche nach Geldgeber:innen sei nicht einfach gewesen: «Gönner und Sponsoren im Kulturbereich sind im Thurgau nicht so breit gestreut», so Höhener.

Am Ende klappte es doch, auch dank finanzieller Unterstützung des Architekten Beat Consoni – er hatte den Erweiterungsbau der PHTG 2020 konzipiert –, sowie des früheren PMS-Prorektors und heutigen Thurgaukultur-Verwaltungsratspräsidenten Bernhard Weber. Auch die Thurgauische Kunstgesellschaft sowie die Primarschulgemeinde Kreuzlingen beteiligten sich am Kauf. Die Gesamtkosten für die Realisierung lagen bei 106’500 Franken inklusive Transport und Montage in der Pausenhalle der Primarschule.

 

Im Dialog mit der Architektur und dem Himmel: Cut S06 ist ein Werk von Katja Schenker. Sie hat es dem Kanton Thurgau geschenkt. Bild: Michael Lünstroth

Wie das Kunstwerk entstanden ist

«Wie tief ist die Zeit?» lautet der Titel der beiden Arbeiten. Die beiden Betonblöcke hat Katja Schenker einem ihrer anderen Werke abgetrotzt. Für die Fachhochschule Nordwestschweiz hatte sie 2017 auf dem Campus Muttenz einen rund elf Meter hohen Monolithen namens «Dreamer (Wie tief ist die Zeit?)» geschaffen. Nach dem Betonguss wurde der massive «Dreamer» mit Hilfe einer Diamantseilsäge geformt. Die so abgetragenen Platten gelten als eigenständige Kunstwerke.

Zwei davon – Cut S06 und Cut S07 – hängen nun dauerhaft in Kreuzlingen. «Sie sind wie Splitter, die auf meine ursprüngliche Arbeit in Muttenz verweisen», sagte Katja Schenker bei der Übergabe Anfang April. Wichtig am Werk sei ihr gewesen, so die Künstlerin, dass die grossen Rohstoffgruppen Holz, Metall, Stein darin vorkommen. Die hierfür verwendeten Materialien hat Schenker über zwei Jahre sorgfältig gesammelt. Die Bruchstücke sollen das Vergehen der Zeit sichtbar machen.

Wie eine Reise durch Zeit und Raum

«Die eingelassenen Stein- und Holzfragmente erzeugen den Eindruck von jahrtausendealten Bodenschichten, die von der Erdgeschichte erzählen. (…) Konserviert im Beton, gewähren sie einen Einblick in das tiefe Innere der Stoffe, aus denen die Welt besteht», heisst es in den Erläuterungen des Kantonalen Hochbauamts zu den Kunstwerken. Wer selbst reinlesen will - die Dokumentation des Hochbauamts gibt es auf der Internetseite des Amts.

 

Bruchstücke von Holz, Metall und Stein sollen das Vergehen der Zeit sichtbar machen: Detailaufnahme eines Werkes von Katja Schenker. Bild: Michael Lünstroth

 

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