von Brigitte Elsner-Heller, 10.12.2018

Auf dem Weg in die Zukunft

Auf dem Weg in die Zukunft
Stellten den Plan für die Baumassnahmen vor (v.l.): Markus Thalmann (Stiftungsratspräsident), Ursula Steinhauser (Leiterin Seemuseum) und Ueli Wepfer (Betriebskommission). | © Brigitte Elsner-Heller

Baumassnahmen sollen das Seemuseum nicht nur optisch aufwerten, sondern auch seine Möglichkeiten erweitern. Eine Konsequenz daraus: Bis April 2019 bleibt das Haus vorerst geschlossen.

Eben ging es in einer Sonderausstellung im Seemuseum Kreuzlingen noch um den „Baumeister Biber“, jetzt übernehmen andere Profi-Bauer: Ab Januar 2019 wird das Museum, das seit 25 Jahren existiert, umgebaut und bleibt dafür vorerst geschlossen. „Ein grösserer Wurf ist notwendig“, erklärt dazu Stiftungsratspräsident Markus Thalmann. Änderungen im Raumkonzept sind erforderlich, um organisatorische Abläufe zu optimieren, zudem müssen technische Standards angepasst werden. So erfüllt etwa das im Foyer eingerichtete Café nicht alle Auflagen des Feuerschutzes, und das Behindertengleichstellungsgesetz fordert, dass ein Lift vorhanden ist. Im Juli 2019 sollen alle Arbeiten abgeschlossen sein.

Nachdem die Stadt Kreuzlingen im Vorjahr ihren jährlichen Leistungsauftrag erhöht sowie 800.000 Franken für die Sanierung zugesagt hatte, wurden die seit längerem bestehenden Pläne wieder aufgegriffen und überarbeitet. Der Umbau, der die Bausubstanz des ehemaligen Kornhauses der Augustiner von 1680 so weit als möglich schont, wurde vom Kreuzlinger Architekturbüro Ryf | Scherrer | Ruckstuhl geplant. Vorgestellt wurde das Projekt nun von Markus Thalmann (Stiftungsratspräsident), Ueli Wepfer (Präsident Betriebskommission) und Ursula Steinhauser (Leiterin Seemuseum).

Seit 25 Jahren beherbergt das ehemaligen Kornhaus der Augustiner von 1680 das Seemuseum Kreuzlingen.
Seit 25 Jahren beherbergt das ehemaligen Kornhaus der Augustiner von 1680 das Seemuseum Kreuzlingen. Bild: Brigitte Elsner-Heller

Bauarbeiten starten im Januar 2019

Zunächst wird im Januar 2019 das Büro aus dem Eingangsbereich in das gegenüber liegende „Wöschhüsli“ ausgelagert.Wo bisher Büro und Kasse zusammengefasst waren, wird dafür künftig das Café zu finden sein – mit zusätzlichem separaten Eingang von aussen sowie einer Teeküche. Das Foyer soll als grosszügiger Eingangsbereich entwickelt werden, in dem die Bausubstanz mit ihren alten Holzpfeilern besser zur Geltung kommt. Die Glaswand vor der Wendeltreppe wird entfernt, die Treppe von einem Zylinder ummantelt. Vom Seeschulzimmer wird zwar etwas Raum für den Lift abgehen, dafür wird es aber neu gestaltet. Der Zugang zum Gewölbekeller, der für Sonderausstellungen genutzt oder vermietet wird, bekommt einen Treppenlift.

„Museal ist das ein Meilenstein“, sagt Ursula Steinhauser, seit drei Jahren Leiterin des Seemuseums. Sie schätzt am neuen Konzept sowohl die räumliche Entflechtung von Nutzungen als auch die Multifunktionalität von Räumen wie dem Seeschulzimmer und dem Gewölbekeller. Eine neue Beleuchtung wird zudem den Gewölbekeller beträchtlich aufwerten. Aus wirtschaftlichen Gründen wird der grosse Raum im Frühjahr und Sommer schwerpunktmässig vermietet, während im Herbst und Winter Platz für Sonderausstellungen ist.

250.000 Franken muss das Museum aufbringen

Im Moment wird von Gesamtkosten von gut einer Million Franken ausgegangen, was bedeutet, dass die Stiftung Seemuseum einen Teil der Finanzierung selbst aufbringen muss. Markus Thalmann spricht davon, dass zunächst von einem Eigenanteil von 250.000 Franken ausgegangen wurde. „Die finale Zahl ist aber noch nicht bekannt“, schränkt er ein. Dennoch ist er zuversichtlich, dass über Sponsoring der erforderlichen Betrag aufzubringen ist. Eine bereits vorhandene Darlehnszusage einer Privatperson sorgt dabei deutlich für Entspannung.

Das Seemuseum bleibt von Januar bis April 2019 geschlossen, wobei vorgesehen ist, einzelne Veranstaltungen in Kreuzlingen anzubieten. Dazu kommt am 29. März 2019, einem Freitagabend, als gemeinsame Veranstaltung mit der Schifffahrtsgesellschaft Untersee und Rhein sowie dem Restaurant Schloss Seeburg ein „Captain's-Dinner“ bei einer Abendfahrt auf dem See. Der „Bordingpass“ ist für 195,- Franken im Seemuseum zu buchen und dient der Unterstützung des Bauvorhabens.

Im Werkstattgebäude wird im Mai 2019 eine Ausstellung zum Warentransport am See zu sehen sein.
Im Werkstattgebäude wird im Mai 2019 eine Ausstellung zum Warentransport am See zu sehen sein. Bild: Brigitte Elsner-Heller

 

Am 4. Mai 2019 wird der Ausstellungsbetrieb im kleinen Werkstattgebäude neben dem Seemuseum wieder aufgenommen. Aus Anlass des 150-jährigen Bestehens der Seelinie wird es dann um den Warentransport am Bodensee gehen. Im Mai und Juni 2019 ist es auch wieder möglich, sich für Kaffee und Kuchen am Seemuseum niederzulassen – vorübergehend dann im „Wöschhüsli“. Die grosse Feier zur Wiedereröffnung ist für Juli 2019 vorgesehen. Auf die erste Sonderausstellung wird man nach den Worten von Ursula Steinhauser allerdings noch bis 2020 warten müssen.

Das Seemuseum Kreuzlingen

Träger des Seemuseums ist die Stiftung Seemuseum. Unterstützt wird das Museum in Form von Leistungsaufträgen von der Stadt Kreuzlingen, im Jahr 2017 zum ersten Mal mit dem erhöhten Beitrag von 125.000 Franken, und von der Schulgemeinde Kreuzlingen mit 3.000 Franken. Das Seemuseum unter professioneller Leitung hat 50 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer.

Das Verwaltungsbüro ist künftig im „Wöschhüsli“ untergebracht.
Das Verwaltungsbüro ist künftig im „Wöschhüsli“ untergebracht. Bild: Brigitte Elsner-Heller

 
 

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