Kult-X: Pro-Komitee nimmt Arbeit auf

Kult-X: Pro-Komitee nimmt Arbeit auf
Wollen für das Kult-X werben: Pia Donati, Ruedi Herzog, Christian Lohr, Beni Merk, Cornelia Zecchinel und Addisa Hebeisen vom Co-Präsidium des Pro-Komitee Kult-X. | © zVg

Am 26. September stimmen die Kreuzlinger StimmbürgerInnen über den Fortbestand des Kulturzentrums an der Hafenstrasse ab. Die Befürworter starten jetzt ihren Wahlkampf. (Lesedauer: ca. 3 Minuten)

Mit dem Slogan „Kult-X ist ein Glücksfall“ zieht das Pro-Komitee in den Abstimmungswahlkampf über das Kreuzlinger Kulturzentrum. Das hat das Co-Präsidium an einer Medienorientierung am Dienstagnachmittag bekannt gegeben. Am 26. September sind die Kreuzlinger StimmbürgerInnen dazu aufgerufen, ihr Votum über das langjährige Projekt auf dem ehemaligen Schiesser-Areal abzugeben. Dabei geht es vor allem um zwei Fragen.

Worum es bei der Abstimmung geht

Erstens: Die Überführung des 2008 für 1,7 Millionen Franken von der Stadt gekauften Areals (heutiger Wert: 4,87 Millionen Franken) auf dem das Kult-X angesiedelt ist, vom Landkreditkonto in das Verwaltungsvermögen der Stadt. Wichtig hierbei: Die in der Botschaft stehende Summe von 4,87 Millionen ist kein Geld, das fliessen wird, es geht lediglich um eine verwaltungsinterne Umbuchung. Die genannten 4,87 Millionen Franken sind eine Einschätzung des heutigen Wertes des Areals von Experten.

Zweitens: Die Erhöhung des Zuschusses an das Kulturzentrum für die nächsten drei Jahre auf jeweils 250’000 Franken. Insgesamt sollen also bis 2024 750’000 Franken in Entwicklung und Betrieb des Kulturzentrums investiert werden. Mehr als die Hälfte davon (130’000 Franken pro Jahr) geht für die Miete drauf.

Klar ist inzwischen auch: Sollte das Kult-X am 26. September an der Wahlurne durchfallen, dann wird der Betrieb in der jetzigen Form nicht weitergehen können: Ohne städtische Fördermittel lässt sich ein solch lebendiges Kulturzentrum schlicht nicht betreiben.

Wohin geht's mit dem Kulturzentrum Kult-X? Auch das wird die Abstimmung im September zeigen. Bild: zVg

Wie das Pro-Komitee für das Kult-X werben will

An der Medienkonferenz erläuterten Mitglieder des Pro-Komitees nun, weshalb sie das Projekt unterstützen. Christian Lohr, Nationalrat Die Mitte, betonte die Bedeutung der Kultur für die Gesellschaft: „Die Kultur mit ihrer Vielseitigkeit ist die starke Klammer für die Schweiz, da sie uns Identität, Respekt und Achtsamkeit gibt.“ Deshalb müsse man gerade Kulturprojekte vor Ort fördern. Addis Hebeisen, SP-Gemeinderätin und Studentin, sagte: „Das Kult-X ist ein cooler Ort, wo sich auch Junge unkompliziert treffen und tolle Angebote geniessen können.“

Pia Donati, FDP-Gemeinderätin, verwies auf das grosse Angebot, das es bereits jetzt im Kulturzentrum gebe und was unbedingt erhalten werden müsse: „Seit der Wiedereröffnung nach den Corona-Restriktionen, haben von März bis Juni 2021 72 Veranstaltungen mit gesamthaft gegen 1200 BesucherInnen stattgefunden. Bis Ende Jahr sind noch mehr als 100 Veranstaltungen geplant.“ Das Kult-X sei ein Ort, an dem sich unterschiedlichste Menschen finden und begegnen, so Donati weiter.

Kult-X aussen und innen: Das Kulturzentrum will offen sein für alle. Bilder: zVg

Bunte Mischung prägt das Pro-Komitee

Insgesamt seien derzeit 125 Personen Teil des Pro-Komitees, erklärte Sven Frauenfelder, ebenfalls Kult-X-Befürworter. „Das Schöne ist: Die UnterstützerInnen kommen aus ganz unterschiedlichen Bereichen. Das Kult-X verbindet über gesellschaftliche Grenzen hinweg“, lobte Frauenfelder. Den Abstimmungswahlkampf will das Pro-Komitee mit Veranstaltungen, Info-Flyern, Inseraten und Aktivitäten in den Sozialen Medien führen.

Angst habe man vor der Abstimmung nicht, Respekt aber schon: „Wir wollen informieren, überzeugen und begeistern für das Kult-X“, sagte Frauenfelder weiter. Alle Ausgaben des Pro-Komitees werden nach Angaben der Befürworter aus privaten Spenden finanziert. Kein Steuergeld fliesse in die Kampagne, betonte Sven Frauenfelder.

Ob sich auch noch ein Contra-Komitee zur Abstimmung gründet ist bislang nicht bekannt.

„Ich bin 100 Prozent überzeugt, dass wir uns das leisten können und auch sollen und wollen.“

Ruedi Herzog, SP-Gemeinderat und Präsident Sportnetz Regio Kreuzlingen

Auf die Frage, ob sich Kreuzlingen dieses Kulturzentrum überhaupt leisten könne, antwortete Ruedi Herzog, SP-Gemeinderat und Präsident Sportnetz Regio Kreuzlingen: „Ich bin 100 Prozent überzeugt, dass wir uns das leisten können und auch sollen und wollen. Dies ganz im Sinne all jener, die das Kult-X als Anbieter oder als BesucherInnen nutzen können.“ Herzog verwies auch darauf, dass die geplanten Investitionen in das Kult-X (250’000 Franken im Jahr) nicht mal ein halbes Prozent des städtischen Gesamtbudgets ausmachten.

Beni Merk, Freie-Liste-Gemeinderat und Leiter Konvikt Pädagogische Mauritätsschule, betonte, dass die Liegenschaft am Schiesser-Areal ja ohnehin bereits der Stadt gehöre: „Für die Entwicklung des Stadtzentrums ist das Schiesser-Areal mit seiner zentralen Lage wichtig.“ Mit einem Ja bei der Abstimmung am 26. September könne man die kulturelle Nutzung langfristig sichern. Merk wies auch darauf hin, dass der Kauf und die Renovationen des Areals bereits bezahlt sind.

Die eigentliche Frage: In welcher Stadt wollen die KreuzlingerInnen leben?

Am Ende gehe es bei der Abstimmung auch um die Frage, in welcher Stadt man eigentlich leben wolle: „Eine Stadt ist nicht nur zum Arbeiten und Wohnen da. Die Menschen wollen auch eine gute Lebensqualität. Dazu gehört eine öffentlich Infrastruktur für Bildung, Freizeit, Sport und Kultur. Bei der Kultur besteht Nachholbedarf.“ Deshalb sei es wichtig, das Kult-X zu unterstützen.

Link: Wer Mitglied werden möchte: Das Pro-Komitee im Internet: https://pro-kult-x.ch/

 

Weiterlesen: Themendossier zum Kult-X

Schon seit Jahren gibt es Bemühungen auf dem ehemaligen Schiesser-Areal in Kreuzlingen ein Kulturzentrum einzurichten. Den langen Weg zum heutigen Stand kann man in unserem Themendossier «Kulturzentrum Kreuzlingen» nachlesen. Hier haben wir sämtliche Texte der vergangenen Jahre gebündelt, die sich mit dem Vorhaben beschäftigen.

 

Der Link zum Dossier: https://www.thurgaukultur.ch/magazin/#dossiers=11

 

 

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