«Wir müssen lernen, mit dem Wolf zu leben»

«Wir müssen lernen, mit dem Wolf zu leben»
Ganz schön nah: Thurgaukultur-Redaktionsleiter Michael Lünstroth wagt sich nah an den Wolf heran. Auch als ausgestopftes Tier bleibt es imposant. | © thurgaukultur.ch

5500 Jahre alte Zähne und viele Mythen: Der Wolf steht im Mittelpunkt einer neuen Ausstellung im Naturmuseum Thurgau. In einer Videoführung gibt Museumsdirektor Hannes Geisser erste Einblicke.

Hannes Geisser hat sich gut auf diesen Abend vorbereitet: Zur digitalen Videoführung durch die neue Ausstellung „Der Wolf - wieder unter uns“ (eine Wanderausstellung des Naturhistorischen Museums Fribourg) in seinem Haus (offizielle Eröffnung voraussichtlich am 5. März) hat er zwei besondere Exponate mitgebracht: Zwei mehr als 5500 Jahre alte Unterkiefer eines Wolfes (gefunden in einer Pfahlbausiedlung in Arbon) und den präparierten Schädel des Wolfes M 109, der im vergangenen Jahr im Thurgau geschossen wurde. Vergangenheit und Gegenwart kommen so in der Führung zusammen.

Die Botschaft, die Geisser damit senden will, ist auch klar: Die Zeit, in der der Wolf nicht hier angesiedelt war, ist verschwindend gering im Vergleich zu jener Zeitspanne, die er durch die Thurgauer Wälder streifte. Der Wolf ist schon vor langer Zeit heimisch gewesen in unserer Gegend, und er wird es wieder werden, deshalb sollten wir lernen, mit ihm zu leben, so Geissers Message.

Hannes Geisser, Direktor Naturmuseum Thurgau, gibt im Video Einblicke in die neue Ausstellung, aber auch in die Museumsarbeit allgemein. Bild: thurgaukultur.ch

 

Dabei weiss der Naturmuseums-Direktor natürlich um die Sensibilität des Themas und die vielen Aufgeregtheiten, die mit dem Wolf immer einher kommen. Wolfs-Schützer und Wolfs-Jäger stehen sich eher unversöhnlich gegenüber. Die Ausstellung will dem Rechnung tragen und die unterschiedlichen Sichtweisen auf das Thema aufzeigen. Ziel der Ausstellung müsste sein, dass jeder sich an irgendeiner Stelle der Schau mal aufregt. „Dann liegen wir, glaub ich, richtig", sagt Hannes Geisser mit einem Grinsen im Gesicht.

Teil 1 der Führung: Der Wolf und wir

 

Das Naturmuseum verstehe sich auch bei kontroversen Themen als „Plattform des Austausches, die nicht nur die eigene Haltung vermitteln will. Sonst wird es schnell bevormundend. Und das wollen wir hier zumindest auf keinen Fall sein“, so Geisser.

In der Videoführung spricht Hannes Geisser aber nicht nur über die neue Ausstellung, sondern auch darüber, was in einem Museum passiert, wenn es für die BesucherInnen geschlossen ist, wie Ausstellungen entstehen, was der jüngst erhaltene Prix Museum für das Naturmuseum bedeutet und worauf er sich nach dem Ende des Shutdown am meisten freut.

Wegen des kurzfristigen Ausfall des WLAN im Museum während der Aufnahmen mussten wir den Stream kurz unterbrechen und die Führung in zwei Teilen aufnehmen.

Teil 2 des Videos: Wie macht man gute Ausstellungen?

 

#deinebühne im Naturmuseum Thurgau

Teil 2 unseres Streamings aus dem Naturmuseum Thurgau. Was macht gute Ausstellungen aus? Wer entscheidet, wie Ausstellungen gestaltet werden? Und ist es richtig, dass die Museen ab März wieder öffnen? Diese und viele weitere Fragen haben wir mit Museumsdirektor Hannes Geisser besprochen.

Gepostet von thurgaukultur.ch am Donnerstag, 18. Februar 2021

Termin: Sollten die Museen ab März tatsächlich wieder öffnen dürfen, so wie es der Bundesrat bislang vorsieht (Entscheidung wird am Mittwoch verkündet), dann wird die Wolfs-Ausstellung am 5. März eröffnet. Alle Infos dazu gibt es auch hier.

Historisches Exponat: Auch diese fast 5500 Jahre alten Wolfs-Unterkiefer sind in der neuen Ausstellung im Naturmuseum zu sehen. Gefunden wurden sie in einer Pfahlbausiedlung in Arbon. Bild: thurgaukultur.ch

 

Bissiger Moderator bei #deinebühne. Bild: thurgaukultur.ch

 

 

 

 

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