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von Manuela Ziegler, 04.05.2026

Alle Thurgauer Museen auf einen Blick

Alle Thurgauer Museen auf einen Blick
Wollen gemeinsam die Thurgauer Museumslandschaft sichtbarer machen (von links): Sarah Lüthy (thurgaukultur.ch), Katja Walser (Thurgau Tourismus), Dorena Raggenbass (MUSE.TG), Elisa Gröger (Schweizerische Bodensee-Schifffahrt AG), Olivia Meier (Thurbo AG), Daniela Schilhab (MUSE.TG) | © Manuela Ziegler

Der Verein MUSE.TG hat eine neue Faltkarte zur Thurgauer Museumslandschaft lanciert. Zusammen mit sechs Partnern will der Verein die Kulturorte analog und digital besser sichtbar machen. (Lesedauer: ca. 4 Minuten)

Am Kreuzlinger Hafen treffen sich die Kurslinien der Schweizerischen Bodensee-Schiffahrt AG (SBS) sowie der Schifffahrtsgesellschaft Untersee und Rhein URh, die Regionalbahn Thurbo AG hat dort einen Haltpunkt und Thurgau Tourismus einen Infoschalter. Hier schlägt der Puls des Thurgauer Tourismus und auch der vier KooperationspartnerInnen des Vereins MUSE.TG.

Aus diesem Grund habe man den Hafen für die Präsentation der neuen Faltkarte zur Thurgauer Museumslandschaft und der Neugestaltung der MUSE.TG-Webseite ausgewählt, meint Dorena Raggenbass Beringer, Präsidentin des Vereins MUSE.TG. Das Kulturamt des Kantons Thurgau sowie thurgaukultur.ch machen das neue Netzwerk komplett. Gemeinsam will man die hiesigen Museen künftig besser bekanntmachen.

 

Die neue Museums-Faltkarte von MUSE.TG: Sechs Themenbereiche entsprechen sechs Farben: Durch diese Zuordnung finden BesucherInnen auf einen Blick das passende Museum. Direkt zum Download als PDF Download der Faltkarte Museumslandschaft Thurgau.pdf

Schnelle Orientierung über Farbsystem

Rund 80 Thurgauer Museen und Sammlungen sind inzwischen Mitglied des Vereins MUSE.TG. Doch viele, vor allem kleinere Häuser, haben nicht genug Personal oder Budget für ein entsprechendes Marketing. Hier unterstützt der Verein mit seinen Dienstleistungen. „Mit der Faltkarte wollen wir einen greifbaren Überblick über die Standorte und Inhalte der Thurgauer Museen liefern“, sagt die Präsidentin Raggenbass.

Vor rund einem Jahr startete die Planungsphase, inspiriert von vergleichbaren Projekten anderer Partner in den Nachbarkantonen. Entstanden ist nun eine übersichtliche Landkarte des Thurgaus in frischen Farben mit Seen, Flüssen, den Standorten aller Museen, sowie der Verkehrswege wie Auto, Bahn und Schiff.

Die Museen sind farblich markiert und auf diese Weise sechs verschiedenen Themenbereichen zugeordnet. Auf der Rückseite der Faltkarte folgt eine kurze Beschreibung der Häuser, ebenfalls farblich hinterlegt. Über die QR-Codes gelangen die Interessierten an weiterführende Informationen wie etwa den öffentlichen Nahverkehr.

Hier kann man die Karte als PDF herunter laden: Download der Faltkarte Museumslandschaft Thurgau.pdf

 

Gespannt auf die Resonanz: Die Initiatorinnen des Projekts, Daniela Schilhab (links) und Dorena Raggenbass Beringer (rechts), Präsidentin der MUSE.TG haben einen kompakten Überblick über die Thurgauer Museumslandschaft entwickelt. Bild: Manuela Ziegler

Museen auch per Click erreichbar

Auch im Internet auf der Startseite von MUSE.TG ist diese Faltkarte seit Anfang Mai aufgeschaltet. Mit einem Click gelangt man zur Kurzbeschreibung der jeweiligen Museen, mit einem Link auf deren Webseiten. Links gibt es auch zu den touristischen Partner:innen, so dass die Erschliessungwege im Nu ersichtlich sind.

Die farblich hinterlegten Piktogramme zeigen die Vielfalt der hiesigen Museumslandschaft, die neben klassischen Inhalten wie Geschichte und Kultur, Archäologie und Architektur, Alltagskultur und Ortsgeschichte, auch mit unerwarteten Themen wie Verkehr und Technik, Gewerbe und Industrie, sowie Literatur und Bibliotheken überraschen und ein breites Publikum anspricht.

Die neue Faltkarte mit einer Auflage von 15.000 Exemplaren liegt ab sofort kostenlos bei den Projektpartnern sowie in allen Thurgauer Museen auf. In zwei Jahren soll sie aktualisiert werden. Der Verein freue sich bis dahin über jedes neue Mitglied, so Raggenbass.

Serienstart im Museumsmonat Mai

Ein neues Format der MUSE.TG wird die monatliche Serie „DER TIPP“ sein, sie informiert über besondere Veranstaltungen zu einem bestimmten Thema. Start ist im Mai mit dem Wohnhaus des Berlinger Künstlers Adolf Dietrich. Nach der Umgestaltung seiner Wohn- und Wirkstätte erhält der Gast neue künstlerische Perspektiven auf den Untersee. „Im Museumsmonat Mai ist auch quer durch den Thurgau einiges geboten“, weiss Daniela Schilhab, Geschäftsführerin der MUSE.TG. Diese Tipps werden auch bei thurgaukultur.ch veröffentlicht und gebündelt.

Den Rahmen für die Aktionen bildet der jährliche internationale Museumstag am 18. Mai. Besonderes Highlight war auch in diesem Jahr wieder der Oberthurgauer Museumstag mit kostenlosen Bus-Shuttles und reduzierten Eintritten in den Museen in Arbon, Amriswil und Romanshorn. Diese und viele weitere Neuigkeiten finden sich auf der Webseite.

 

Das Cover der Museums-Faltkarte zeigt Königin Hortense, der Stieftochter von Napoleon Bonaparte, zusammen mit Balbo, dem Hund des Berlinger Malers Adolf Dietrich, sowie einem historischen Telefon. Die drei symbolisieren die Vielfalt des musealen Angebots. Die Faltkarte gestaltete Susanna Entress.

Gemeinsam Kultur stärken und Synergien schaffen

Die sieben neuen Partner wollen künftig verstärkt in der Kommunikation zusammenarbeiten und so die Sichtbarkeit der Museen auch grenzübergreifend erhöhen. „Die musealen Angebote sollen, verbreitet über die sozialen Netzwerke, Webseiten und Medien unserer Projektpartner, ein breiteres Publikum erreichen“, sagt Daniela Schilhab. Die Website MUSE.TG ist künftig auch Plattform, um PartnerInnen aus den Bereichen Freizeit, Gastronomie, Hotellerie, Reise und Wissen zu verbinden.

Manche Verbindung besteht bereits. So sei der Empfang der SBS in Romanshorn nicht nur Infostelle für die Kursschiffahrt, sondern auch Schnittstelle für Kulturtipps, meint Elisa Gröger, Leiterin Kommunikation der SBS. Katja Walser, Leiterin Kommunikation bei Thurgau Tourismus, spricht von einem Bekenntnis zu den Museen als wichtigem Teil des Tourismus im Kanton, den man kommunikativ noch stärker unterstützen möchte.

Die Thurbo AG wolle mit der Partnerschaft möglichst viele Leute auf den Zug und ins Museum bringen, so Olivia Meier, Spezialistin für Kommunikation Mit dem kulturellen Engagement spreche man bewusst eine neue Zielgruppe jenseits der Berufspendler an. Sarah Lüthy, Geschäftsführerin von thurgaukultur, sieht die Museumsprogramme auf der Online-Agenda des Kulturportals bereits gut vertreten. In der Online-Agenda seien Ausstellungen und Begleitprogramme umfassend und tagesaktuell abgebildet.

Vorschauen und Besprechungen finden sich im redaktionellen Teil des Magazins. Auch die neue Faltkarte und die monatlichen Reisetipps werden künftig kontinuierlich beworben. „Wir möchten das Netzwerk durch unsere Berichterstattung stärken und die digitale Sichtbarkeit für ein analoges Produkt erhöhen“, sagt Lüthy.

In Zukunft noch stärker werden

Rund 20.000 Franken hat der Verband in Faltkarte und Website-Relaunch investiert und damit ein wegweisendes Zeichen für die Zukunft des Thurgauer Museumslandschaft gesetzt. MUSE.TG besteht in dieser Form seit acht Jahren, und ist hervorgegangen aus der Thurgauischen Museumsgesellschaft, die vor mehr als hundert Jahren gegründet wurde. Heutzutage bietet er neben dem Schwerpunkt Marketing, auch Dienstleistungen und Weiterbildungen zu branchenspezifischen Themen an.

MUSE.TG hat eine vierjährige Leistungsvereinbarung mit dem Kanton Thurgau, die in diesem Frühjahr neu verhandelt wird. Damit verbinden Raggenbass und Schilhab auch die Hoffnung, die bestehenden 30 Stellenprozent der Geschäftsführerin auf 50 zu erhöhen, um dringende Projekte voranzubringen. Auch über die Grenzen sind neue MitgliederInnen sehr willkommen. Mit von der Partie ist neuerdings das Konstanzer Rosgartenmuseum.

 

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