von Brigitte Elsner-Heller, 01.10.2019

Kindergeschichten als Überraschung

Kindergeschichten als Überraschung
«Was gibt es Schöneres als Kinder, die voll und ganz in eine Geschichte eintauchen und sich verzaubern lassen?» fragen Agnes Caduff (l.) und Christina Benz. | © Theaterhaus Thurgau

Das Theater Bilitz will den Herbst noch ein bisschen bunter machen: „Geschichten-Herbst“ ist eine kleine neue Reihe, die die Tradition des Geschichten-Erzählens aufleben lässt.

Aufwachsen mit Theater: Wenn das keine Verheissung ist! Das Theater Bilitz hat sie dem eigenen Namen gleich angehängt und so in seine Visitenkarte aufgenommen – schliesslich ist es im Bereich Kinder- und Jugendtheater lange genug unterwegs. Jetzt, wo der Wind die ersten Blätter von den Bäumen weht und eine erste Ahnung aufkommt, dass man es sich bald gemütlich machen sollte, wartet das Theater Bilitz mit einer kleinen neuen Reihe auf, die sich „Geschichten-Herbst“ nennt.

Im Oktober, November und Dezember wird im Theaterhaus Thurgau in Weinfelden jeweils an einem Sonntagmorgen (eine halbe Stunde) Zeit zum traditionellen Geschichten-Erzählen sein, für Kinder zwischen vier und zehn Jahren sowie ihre Eltern, Grosseltern, Tanten, Onkel oder wer immer gerne dabei sein möchte, wenn Fantasie und Staunen sich im Raum ausbreiten.

Was wird denn erzählt?

Was dann jeweils erzählt und gespielt wird, soll eine Überraschung sein und es bis zuletzt auch bleiben, wie Theaterleiter Roland Lötscher sagt. Er verrät nur so viel: Im Foyer wird ein Teppich ausgebreitet, auf dem dann Christina Benz oder Agnes Caduff, beides Schauspielerinnen des Bilitz, in die Geschichte eintauchen und ihr Publikum mitnehmen. Mit dabei sein wird zweimal auch der Musiker Daniel R. Schneider. Das neue Format soll allerdings an die alte Tradition des Geschichten-Erzählens anknüpfen und daher nur einige Ausstattungsgegenstände mit ins Spiel bringen.

„Die Geschichten sind zum Teil bekannt, sind aber keine klassischen Märchen“, sagt Roland Lötscher weiter. Sie lehnen sich dann vielleicht an ein Bilderbuch oder andere Erzählungen an, ohne jedoch eine direkte Bearbeitung der Stoffe zu sein. Die Fantasie wird neu und anders angesprochen, wie Lötscher sagt. „Es geht darum, die Zuhörer in die Geschichten eintauchen zu lassen, vielleicht sogar zu verzaubern, und so eine Tür zur Theaterwelt zu öffnen.“

„Es geht darum, die Zuhörer in die Geschichten eintauchen zu lassen, vielleicht sogar zu verzaubern, und so eine Tür zur Theaterwelt zu öffnen.“

Roland Lötscher, Theater Bilitz 

Da der Theatersaal des Theaterhaus Thurgau von Oktober bis Januar von der Theagovia und der Bühni Wyfelde genutzt wird, war es für das Theater Bilitz eine gute Möglichkeit, zusätzlich das Foyer mit einer kleinen, vergleichsweise unaufwendigen Produktion zu bespielen. Für die laufende Spielzeit sind drei Termine vorgesehen. Ob man im Jahr danach das Format weiterführt, ist noch offen. „Wir haben schon Geschichten“, schiebt Roland Lötscher jedoch ein. Und das klingt doch vielversprechend.

Termine im Überblick: „Geschichten-Herbst“ vom Theater Bilitz im Theaterhaus Thurgau am 6. Oktober, 3. November und 1. Dezember (sonntags, 10.15 Uhr, Dauer ca. 30 Minuten). Anschliessend Sonntags-Znüni. Eintritt 5 Franken. Reservation: www.theaterhausthurgau.ch  oder Tel. 071 622 20 40 (Mo-Fr 11.00-12.30 Uhr).

Geschichten fallen wie Blätter vom Himmel im Geschichten-Herbst des Theater Bilitz. Agnes Caduff (links), Roland Lötscher und Christina Benz freuen sich schon auf die Premiere am 6. Oktober. Bild: Theaterhaus Thurgau 





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