Seite vorlesen

Kunstkreuzfahrt auf dem Bodensee

Kunstkreuzfahrt auf dem Bodensee
Kuratorin Judit Villiger bei der Begehung der möglichen Kunstorte mit den beteiligten Künstler:innen am Ausstellungsprojekt «hänne und dänne: Der Untersee als Kunstraum». | © zVg

Im Mai startet die erste Ausgabe des grenzüberschreitenden Ausstellungsprojekts «hänne und dänne» in drei Gemeinden am Bodensee. Erlebnisse gibt es dann auch auf dem Wasser. (Lesedauer: ca. 2 Minuten)

Noch drei Monate bis zur Eröffnung und Judit Villiger ist schon voller Vorfreude auf das, was da kommt, wenn am 1. Mai das neue grenzüberschreitende Ausstellungsformat «hänne und dänne» eröffnet wird. «Wir haben eine coole Auswahl von künstlerischen Positionen, die für ein breites Kulturverständnis stehen und verschiedene Ideen abbilden. Wir sind sehr zufrieden», sagt die Kuratorin, Künstlerin und Mitgründerin dieses neuen, von der Kulturstiftung des Kantons Thurgau geförderten Projektes. Auch die beteiligten Gemeinden Steckborn, Berlingen und Gaienhofen beteiligen sich finanziell.

14 Positionen aus 118 Bewerbungen

Aus 118 Bewerbungen hat die Jury 14 Künstlerinnen und Künstler ausgewählt, es sind Kunstschaffende aus der Region, aber auch darüber hinaus vertreten. «hänne und dänne» dauert insgesamt vom 1. Mai bis am 27. September 2026. Die Exponate sind in den drei Gemeinden Berlingen, Steckborn und Gaienhofen am Untersee während der Dauer der Ausstellung frei zugänglich. Sie befinden sich an Orten, die zu Fuss gut zu erreichen sind und oftmals direkt am Wanderweg liegen. 

 

Kunst im öffentlichen Raum: «hänne und dänne» bringt die künstlerischen Arbeiten, die manchmal auch direkt an einem Wanderweg liegen. Das Foto zeigt eine Szene bei der Ortserkundung mit Künstler:innen im Frühjahr 2025. Bild: zVg

 

Diese Künstler:innen machen mit

Die ausgewählten Künstler:innen: Frank Altmann, Rottweil (D); Felix Bockemühl, Taisersdorf (D); Patricia Bucher, Zürich (CH); Gianin Conrad, Domat/Ems (CH); Beate Frommelt und Carla Hohmeister, Zürich (CH); Rebecca Koellner, Konstanz (D); Stefanie Koemeda, Wien/Ermatingen (AT/CH); Vera Marke, Herisau (CH); Boris Petrovsky, Konstanz (D); Ursula Rutishauser, Untersiggenthal (CH); Joke Schmidt und Miriam Rutherfoord, Zürich (CH); Felix Stöckle, Biel (CH); Hanes Sturzenegger, Lichtensteig (CH) und Anna von Siebenthal, Wagenhausen (CH).

Die Jury bestand aus Lisa Kull (Präsidentin Verein «änne und dänne», Berlingen), Judit Villiger (Künstlerin und Kuratorin Haus zur Glocke, Steckborn), Andreas Gabelmann (Kunsthistoriker, Radolfzell), sowie den beiden Externen Josiane Imhasly (Kunsthistorikerin, Zürich und Wallis) und Brita Polzer (Kunsthistorikerin, Zürich).

Seit mehr als einem Jahr arbeitet der eigens für die Ausstellung gegründete Verein an der Umsetzung der Idee. Zum Vorstand gehören neben Judit Villiger (Haus zur Glocke, Steckborn) auch Lisa Kull (Präsidentin des Dorfvereins Berlingen), Clara Andrés (Gemeinderätin Homburg und Malerin) sowie Sabine Giesler, Carmen Jonas und Yvonne Istas. «Der Aufwand ist ziemlich gross, wir geben uns alle sehr viel Mühe, damit es eine besondere Ausstellung im öffentlichen Raum wird», sagt Villiger im Gespräch mit thurgaukultur.ch.

Eine der wichtigsten Aufgaben: den richtigen Ort für jede der ausgewählten künstlerischen Arbeiten finden. Die Künstler:innen konnten selbst Ideen einbringen, bei einem Rundgang im Frühjahr 2025 haben sich die Kunstschaffenden mit den Veranstalter:innen dazu ausgetauscht. «Ich glaube, wir haben jetzt für jede Arbeit einen passenden Ort gefunden», sagt Kuratorin Villiger. Im März startet der Aufbau der einzelnen Werke. Dann wird das Mosaik der Ausstellung allmählich sichtbar.

Vom Kursschiff zum Kunstschiff

Ein Ziel des Projektes hatten die Initiatorinnen bereits bei der Ausschreibung vor mehr als einem Jahr formuliert: «Der Untersee als Kunstraum rekurriert auf das Hüben und Drüben des Sees, das von den beiden Ufern (Schweiz und Deutschland) aus als Gegenüber wahrgenommen wird. Das Projekt will den Austausch über das Wasser anregen», hiess es damals. Inzwischen ist klar – es geht nicht mehr nur um den Austausch über das Wasser, sondern auch um den Austausch auf dem Wasser.

Denn: In Zusammenarbeit mit der Schifffahrtsgesellschaft Untersee und Rhein finden im Sommer 2026 drei sonntägliche Rundfahrten mit dem «Kunstschiff» statt. Das Schiff wird am 21. Juni, 28. Juni und 5. Juli zur Bühne für Musik und Theatrales. Gabriele Christ, Christine Steiger und Christoph Ullmann mischen sich verbal und stimmlich mit Kompositionen von Julia Schwartz ins Geschehen ein, musikalisch begleitet von Gaby Wunderlich und Werner Eggli.

 

Entsteht hier bald ein Kunstort? Künstler:innen und Veranstalter:innen von «hänne und dänne» bei einem Rundgang im Frühjahr 2025. Bild: zVg

Ein Nachmittag ganz (h)änne und dänne

An Land in Gaienhofen geht es weiter mit der Kunst – Judit Villiger führt die Besucher:innen zu verschiedenen Kunstpositionen des Projekts. Zum Abschluss gibt es auf der anderen Seeseite auch noch eine Führung zu ausgewählten Arbeiten in Steckborn. Treffpunkt ist jeweils um 15 Uhr bei der Schifflände Steckborn, wo Lisa Kull, Präsidentin des Vereins «hänne und dänne», die Gäste begrüsst.

Die Rundfahrt endet um 17.55 Uhr beim Seeschulhaus Steckborn. Die Verbindung nach Gaienhofen um 18.06 Uhr ist gewährleistet. Die Fahrten finden an folgenden Sonntagen statt: 21. Juni, 28. Juni, 5. Juli 2026. Preis pro Fahrt: 45 Franken. Tickets sind bereits jetzt erhältlich unter www.haenne-und-daenne.ch oder www.urh.ch.

Kommentare werden geladen...

Werbung

Literaturwettbewerb «Das zweite Buch» 2026

Die Marianne und Curt Dienemann Stiftung Luzern schreibt zum achten Mal den Dienemann-Literaturpreis für deutschsprachige Autorinnen und Autoren in der Schweiz aus. Eingabefrist: 15. Juni 2026

Dazugehörende Veranstaltungen

Kunst

hänne und dänne

Berlingen

Kunst

Kunst-Schifffahrt

Steckborn, Schifflände Steckborn

Ähnliche Beiträge

Kunst

Ausstellung mit Triggerwarnung

Ein Löwe an der Kette, irritierende Bilder und bewegte Figuren: Die Doppelausstellung «An der Kette» im Kunstverein Frauenfeld fordert heraus, verführt zum Hinsehen – und bleibt im Kopf. mehr

Kunst

„Die Leidenschaft für Kunst verbindet uns!“

Miteinander statt gegeneinander: Der Kunstverein Frauenfeld zeigt, wie wertvoll es ist, wenn Jung und Alt zusammenarbeiten. Ein Gespräch über Generationenklischees, Wandel und die Kunst des Ehrenamts. mehr

Kunst

Ein Ort des Austauschs zwischen Kunst und Publikum

Mit Ausstellungen, Vermittlungsangeboten und Kooperationen fördert der Kunstverein Frauenfeld regionale Kunst und schafft im Bernerhaus Raum für Begegnung und Dialog. mehr