Oberthurgau lässt nicht locker

Oberthurgau lässt nicht locker
Luftaufnahme von Arbon: Die Stadt bringt sich erneut als Standort für das Historische Museum ins Gespräch. Auf dem Bild zu sehen Hafen, Seeuferpromenade und Altstadt. | © Von Michael Huwiler (Huwi at de.wikipedia) - Eigenes Werk, Attribution, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=15058311

Weil sie mit der Entscheidung der Regierung zum Marschhalt beim Historischen Museum unzufrieden sind, legen Kantonsräte aus dem Oberthurgau eine Interpellation vor. Sie fordern ein Umdenken in der Sache und bringen erneut Arbon und Romanshorn als Museums-Standorte ins Gespräch

Von Michael Lünstroth

Unter dem Titel "Fragwürdiger Marschhalt mit dem Historischen Museum" haben acht Kantonsräte aus dem Oberthurgau jetzt eine Interpellation zum Thema eingereicht. Darin äussern sie ihr Unverständnis über die jüngste Entscheidung zum einstweiligen Projektstopp beim Historischen Museum: "Von Seiten des Departements für Erziehung und Kultur wurde unmissverständlich festgehalten, bis im Jahre 2020 werde der Standort des Historischen Museums bekannt sein. Nichts wies im Rahmen dieser Diskussion auf einen möglichen Marschhalt hin. Wie es wenige Wochen später dazu kommt, ist schwer nachzuvollziehen. Die blosse Wahl eines Standorts kann jedenfalls kaum derartige finanzielle Bedenken auslösen, wie sie der Regierungsrat nun äussert", heisst es in der Anfrage.

Die Kantonsräte aus Romanshorn, Arbon und Winden befürchten zudem, dass der jetzige Marschhalt auch eine Vorentscheidung in der Standortfrage sein könnte. "Interessierte Gemeinden. Der beschlossene Marschhalt ist für mögliche Standortgemeinden höchst bemühend. Sie können geeignete Objekte nicht auf Jahre hinaus für ein kantonales Museum reservieren. Indirekt wird damit ein Standortentscheid stark beeinflusst oder gar vorweggenommen", schreiben die Interpellanten. Ähnlich hatte sich SVP-Mann Andrea Vonlanthen, einer der Interpellanten, bereits Anfang April gegenüber thurgaukultur.ch geäussert. Und sie gehen noch ein Stück weiter in einem späteren Abschnitt: "Eine Verzögerungstaktik - aus welchen Gründen auch immer - hinterlässt in den Gemeinden, die sich bereits ernsthaft mit möglichen Museums- Standorten beschäftigen, einen schalen Nachgeschmack."

Interpellanten wollen Historisches Museums vorziehen

Die Unterzeichner der Interpellation fordern darüber hinaus eine Neubewertung der vom Regierungsrat vorgenommenen Priorisierung zwischen Kunstmuseum und Historischem Museum: "Beim Kunstmuseum spricht im Moment wenig für baldige konkrete Schritte. Bis zur Abstimmungsreife eines Projektes werden noch Jahre vergehen. Beim Historischen Museum hingegen eröffnen sich im Oberthurgau vielversprechende Chancen für eine rasche, relativ kostengünstige und breit getragene Lösung." Mögliche Standorte könnten demnach Arbon oder Romanshorn sein. Sowohl das Lagerhaus in Romanshorn als auch das Schloss Arbon hatte der Regierungsrat in früheren Prüfungen aber bereits abgelehnt. Abschliessend notieren die Kantonsräte in ihrer Interpellation: "Für den Oberthurgau wäre ein kantonales Historisches Museum gesellschaftlich, kulturell und touristisch von ausserordentlich grosser Bedeutung."

Laut Geschäftsordnung des Grossen Rates hat die Regierung nun bis Ende Jahr Zeit die Interpellation schriftlich zu beantworten.

 

Die Interpellation im Wortlaut gibt es hier

Kommentare werden geladen...

Kommt vor in diesen Ressorts

  • Kulturpolitik

Kommt vor in diesen Interessen

  • Geschichte
  • Politik

Ist Teil dieses Dossiers

Werbung

#lieblingsstücke

quer durch den Thurgau

Kultur für Klein & Gross #3

Der Newsletter für kulturelle Familien- & Kinderangebote.

Förderbeiträge 2022 - jetzt bewerben!

Eingabeschluss: 31. Januar 2022. Alle Infos hier:

Wer wir sind

Alles rund um thurgaukultur.ch

Ähnliche Beiträge

Kulturpolitik

«Nicht alle werden das überleben»

Wie geht es den Thurgauer Museen in der Corona-Krise? Heier Lang, Präsident des Vereins MUSE.TG, über drohende Schliessungen, fehlende Unterstützung und versäumte Entwicklungen. mehr

Kulturpolitik

Warum wir über Rassismus reden müssen

Mit der #BlackLivesMatter-Bewegung ist der Kampf gegen alltäglichen Rassismus in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Auch Museen müssen sich fragen, wessen Geschichten sie wie erzählen. mehr

Kulturpolitik

Neuordnung auf dem Arenenberg

Der Arenenberg soll eine eigene Marke werden. Eine Folge: Das Napoleonmuseum wechselt vom Kulturamt ins Departement für Inneres und Volkswirtschaft. Verdrängt der Tourismus jetzt die Kultur? mehr