von Michael Lünstroth・Redaktionsleiter, 27.09.2021
Klares Ja zum Kulturzentrum

Die Zukunft des Kult X in Kreuzlingen ist gesichert: Mehr als zwei Drittel der Stimmberechtigten sprechen sich bei der Volksabstimmung für das Kulturzentrum aus. (Lesedauer: ca. 2 Minuten)
Am Ende war es ein klarer Sieg: 68 Prozent der stimmberechtigten Kreuzlinger:innen (die Stimmbeteiligung lag bei 51 Prozent) sagten „Ja“ zur Fortführung des Kulturzentrums Kult X auf dem ehemaligen Schiesserareal. Damit erhält das Kulturzentrum in den nächsten drei Jahren jeweils ein Budget von 250’000 Franken. Mehr als die Hälfte davon (130’000 Franken) geht für die Miete drauf und damit wieder in die Tasche der Stadt. Für das Programm bleiben 120’000 Franken im Jahr.
Das ist eine deutliche Erhöhung im Vergleich zum vergangenen Jahr: Damals lag der städtische Zuschuss insgesamt bei 104’000 Franken (inklusive subventionierter Miete), nur 40’000 Franken davon flossen in die Inhalte.
Grosse Freude bei den Befürworter:innen
Entsprechend gross war die Freude bei den Befürwortern nach Verkündung des Ergebnisses: „Im Namen des Stadtrats danke ich der Kreuzlinger Stimmbevölkerung für das Vertrauen. Mit ihrem doppelten Ja sagen die Kreuzlingerinnen und Kreuzlinger auch Ja zur Entwicklung unserer Stadt und im Speziellen zur kulturellen Bereicherung, die weit über die Region hinausstrahlt“, erklärte Stadträtin Dorena Raggenbass in einer Medienmitteilung der Stadt Kreuzlingen.
Sie bedanke sich darin auch besonders bei allen Projektverantwortlichen und allen Helferinnen und Helfern, „die sich seit Jahren für den Aufbau des Kulturzentrums mit Freude und grossem Engagement einsetzen.“ Geleitet wird das Kult X von der Musikpädagogin Christine Forster.
Projekt mit langer Vorgeschichte
Mit diesem doppelten Ja (die Abstimmung war in zwei verschiedene Fragen aufgesplittet) endet nun auch ein jahrelanges Ringen um das Kulturzentrum. Seit 2008 plant die Stadt Kreuzlingen auf einem Gelände an dem einst die Textilfirma Schiesser produzierte, die Errichtung eines Kulturzentrums. Das Grundstück hatte sie 2008 für 1,7 Millionen Franken gekauft. In diesen inzwischen 13 Jahren der Planungszeit ging das Projekt oft nur im Stop-and-Go-Verfahren voran. Einem Schritt vor, folgten nicht selten zwei zurück.
Dabei war die Vision dafür immer klar: Mitten in der Stadt gelegen, nah an der Grenze zu den deutschen Nachbarn in Konstanz sollte ein Mehrspartenhaus entstehen, das dem Kulturleben der Grenzstadt einerseits ein zentrales Zuhause gibt und andererseits aber auch ein Begegnungsort für die gesamte Stadt wird.
Mit dem klaren Votum der Kreuzlinger:innen im Rücken kann diese Vision nun fortgeführt werden.
Weiterlesen: Mehr zum Ringen um das Kulturzentrum Kult X und viele weitere Texte aus den vergangenen Jahren und wie es überhaupt zum Volksentscheid kam, findet ihr in unserem Themendossier.
Unterstützung vom Kanton Thurgau
Auch der Kanton Thurgau unterstützt das Projekt Kult X: Insgesamt 170’000 Franken fliessen aus Frauenfeld nach Kreuzlingen. Der Beitrag wurde für die Programme 2021 und 2022 gleichzeitig gesprochen, um während der Coronapandemie die finanzielle Planbarkeit zu erhöhen. Auch in früheren Jahren hat der Kanton das Kult X bereits unterstützt.

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