von Michael Lünstroth, 31.10.2018

Von der Bittersüsse des Lebens 

Von der Bittersüsse des Lebens 
Stephan Greminger und seine Band HisDogBingo: Das neue Album «Grapefruit tears» ist vor einigen Wochen erschienen. | © zVg

«Grapefruit tears» heisst das neue Album des in Bern lebenden Exil-Thurgauers Stephan Greminger und seiner Band HisDogBingo. Anfang 2019 kommt er damit auch ins Eisenwerk Frauenfeld.

2012 war das bislang letzte Album von HisDogBingo erschienen, jetzt war es an der Zeit für einen Nachfolger: „Ich spüre noch die Dringlichkeit in mir, Songs herauszugeben, ich habe noch etwas zu sagen“, erklärt Frontmann Stephan Greminger. 2017 ist er mit seinen Bandkollegen ins Studio gegangen und hat in einem langen Prozess das Album eingespielt. „Ich wollte nicht dasselbe machen, wie auf den Alben zuvor und habe mir viele Gedanken gemacht, in welche Richtung es denn jetzt gehen könnte“, so Greminger. Herausgekommen ist das Album „Grapefruit tears“ mit zehn neuen Songs, die zwischen Pop und Folk hin und her pendeln und recht lässig daher kommen.

Reinhören: So klingt das neue Album von HisDogBingo

Der Name „Grapefruit tears“ komme nicht von ungefähr, verrät Greminger: „Ich wollte diese häufige Gleichzeitigkeit von Dingen ansprechen. Nichts ist meistens nur so, sondern so und so. Das Bittersüße einer Grapefruit passt da ganz gut als Bild“, findet der Sänger. 

Der Verkaufsgedanke habe bei dem Album nicht im Vordergrund gestanden, sagt Greminger. Es ging ihm darum, einen Mehrwert zu schaffen. Deshalb gibt es das Album nur auf Vinyl in einer Kleinauflage von 300 Stück. Weil ihm das noch nicht genug Mehrwert war, hat sich Stephan Greminger mit der Künstlerin Flurina Hack zusammen getan. Sie hat 100 Albencover individuell gestaltet - in dem sie bestehende Plattencover übermalte. „Sie hat das Covern da mal ganz wörtlich genommen“, sagt der Musiker und lacht. Verkauft werden die Alben über die Internetseite zum Projekt. Die Kulturstiftung des Kantons Thurgau hat die Produktion finanziell unterstützt.

Multitalent Greminger wohnt seit 21 Jahren in Bern

Wenn Greminger im nächsten Jahr, genauer am 7. Februar, in der Eisenbeiz in Frauenfeld sein neues Baby vorstellt, dann ist das ein bisschen auch eine Heimkehr. Aufgewachsen ist der 45-Jährige in Weinfelden. Klassischen Gesangsunterricht hatte Greminger bei Mark Andreas Zenger am damaligen Lehrerseminar in Kreuzlingen. Später folgten Ausbildungen an der Hochschule für Künste in Bern, darunter Jazzgesang und Schauspielschule. Seit inzwischen 21 Jahren lebt der Musiker in Bern.

Das neue Album ist für ihn auch ein Stück weit ein Weg in eine neue musikalische Richtung: „Mit dem Album gehe ich weg von der Gitarre, es sind auch vermehrt andere Instrumente zu hören. Ich lasse die Musik einfliessen, die mir persönlich gefällt“, so Greminger. Was die Alben jedoch verbinde sei, dass die Songs aus seiner Feder stammen: „Die Handschrift bleibt da dieselbe. Gewisse Kniffe kann man immer wieder heraushören“, erklärt der Sänger. Welche das sind, kann jeder Hörer selbst herausfinden. Entweder in den hier eingebetteten Songs und Videos oder beim Konzert von HisDogBingo am 7. Februar in Frauenfeld. 

Das Album als reguläres Vinylalbum kostet 35 Franken und ist über die Website von Stephan Greminger bestellbar. Die Kunstoriginale kosten 300 Franken und sind über diese Seite bestellbar: https://www.grapefruittears.ch 

 

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