Endlich wieder Sommertheater!

Endlich wieder Sommertheater!
Das Ensemble des See-Burgtheaters am Kreuzlinger Seeufer in Vorfreude auf den Theater-Sommer 2021. | © Mario Gaccioli

Grosse Spielfreude unter freiem Himmel: Wir stellen Euch die 5 spannendsten Open-Air-Produktionen der nächsten Wochen vor. (Lesedauer: ca. 6 Minuten)

Wer hätte das noch vor drei Monaten gedacht? Das Programm der Freilufttheater-Saison 2021 liest sich fast als hätte es die Pandemie nie gegeben: Zwischen 19. Juni und Anfang September gibt es etliche Inszenierungen in und um den Thurgau herum. Wir stellen euch die fünf spannendsten Open-Air-Produktion aus der Region vor. Mit den jeweiligen Coronaregeln und chronologisch sortiert.

Ab 19. Juni: „Viel Lärm um nichts“ auf dem Münsterplatz Konstanz

Viel Lärm um nichts: Auch in Konstanz wird in diesem Sommer wieder auf dem Münsterplatz gespielt. Bild: Ilja Mess


Das wird gespielt:
William Shakespeares „Viel Lärm um nichts“. Entstanden ist das Stück um 1598, uraufgeführt wurde es vor 1600, die deutsche Erstaufführung der Originalfassung lief 1835. Die Konstanzer Aufführung inszeniert Susi Weber.

Darum geht’s: Ein klassisches Shakespeare’sches Intrigenstück. Im Mittelpunkt stehen die beiden Paare Claudio und Hero sowie Beatrice und Benedikt. Während die einen sich erst verlieben und dann durch eine Intrige entzweit werden, kommen sich die anderen erst durch eine Intrige näher. Das Stück lebt vor allem von den wortgewandten und witzigen Dialogen zwischen Beatrice und Benedikt und der Shakespeare typischen Zuspitzung einer Komödie in eine Tragödie. In England und auch anderen Teilen Europas gehört „Viel Lärm um nichts“ zu den beim Publikum beliebtesten Shakespeare-Dramen.

Kindertheater: In diesem Jahr gibt es auch Kindertheater unter freiem Himmel: Am 26. und 27. Juni wird die Inszenierung «Bär im Universum» (siehe Video) im Arkadenhof des Wessenberghauses gezeigt. Für Kinder ab 5 Jahren.

Die Aufführungstermine & Tickets: Premiere von «Viel Lärm um nichts» ist am Samstag, 19. Juni, 19.30 Uhr. Weitere Aufführungen am 22./23./24./25./26./27./29. und 30. Juni. Auch im Juli fast täglich. Schlussvorstellung ist am 24. Juli. Alle Infos zum Ticketvorverkauf gibt’s auf der Website des Theaters.

Die Coronaregeln vor Ort: Derzeit liegt die 7-Tage-Inzidenz im Landkreis Konstanz bei unter 35, daher entfällt bei den Freilichtveranstaltungen der Nachweis eines tagesaktuellen negativen Tests. Das kann sich aber auch wieder ändern: Das Hygienekonzept des Theater Konstanz wird laufend aktualisiert. Aktuelle Infos dazu gibt es über die Website des Theaters. Die AHA-Regeln (Abstand halten, Hygiene, Alltagsmaske) sind ebenso verbindlich wie das Tragen einer FFP2- oder einer medizinischen OP-Maske während der Aufführung. Zudem werden die Kontaktdaten aller BesucherInnen für eine Kontaktnachverfolgung registriert.


Ab 25. Juni: „Notre Dame“ bei den St. Galler Festspielen

Aufbauszene: Am St. Galler Klosterhof entsteht ein spektakuläres Bühnenbild zur Oper «Notre Dame». Bild: Norbert Wobring

 

Das wird gespielt: Die Oper „Notre Dame“ des österreichischen Komponisten Franz Schmidt. Entstanden nach Victor Hugos Roman „Der Glöckner von Notre Dame“. Uraufführung war 1914 in Wien. In der St. Galler Erstaufführung hat Michael Blake die musikalische Leitung, Regie führt Carlos Wagner.

Darum geht’s: „Ein packendes Spiel zwischen weltlicher und geistlicher Macht“, versprechen die Veranstalter in einer Medienmitteilung. Es ist die Geschichte vom buckligen Glöckner Quasimodo und seiner unglücklichen Liebe zur schönen Esmeralda. Allerdings erweitert um weitere Figuren: Bei Franz Schmidt buhlen ein Philosoph, ein Offizier, der Glöckner und der Stellvertreter des Bischofs um die Gunst von Esmeralda. Komponist Franz Schmidt machte eine spätromantische Oper aus dem Stoff. Nach der Uraufführung 1914 waren die Kritiken geteilt, das Publikum war begeistert. Trotzdem wurde Schmidts Musik ausserhalb von Wien in der Folge kaum aufgeführt. Notre Dame kam in der Schweiz bisher erst einmal, in den 50er Jahren in Bern, auf die Bühne.

Die Aufführungstermine & Tickets: Premiere ist am Freitag, 25. Juni, 21 Uhr, im Klosterhof St. Gallen. Weitere Vorstellungen: 26./29. Juni/2./3./7. und 9. Juli, jeweils 21 Uhr. Alle Infos zur Ticketreservation gibt es auf der Website des Festivals.

Die Coronaregeln vor Ort: Der Zugang zum Festspielgelände ist ab dem 16. Altersjahr auf Personen beschränkt, die entweder geimpft, genesen oder negativ getestet sind. Ein entsprechender Nachweis ist beim Einlass vorzuzeigen. Testmöglichkeiten gibt es auch unmittelbar vor Ort im Arzthaus St. Gallen. Einen Termin dazu sollte man vorab online buchen. Auf dem gesamten Gelände gilt eine generelle Maskenpflicht. Am Sitzplatz auf der Zuschauertribüne kann die Maske abgenommen werden. Sie muss beim Aufstehen aber unmittelbar wieder aufgesetzt und darf erst nach dem Verlassen des Festspielgeländes wieder abgenommen werden. Mehr Infos zum vollständigen Schutzkonzept gibt es auf der Website der Festspiele.


Ab 15. Juli: „Die Schweizermacher“ beim See-Burgtheater Kreuzlingen

Ein Schweizer Wohnblock wird Schauplatz illustrer Begegnungen Gespielt wird in einer von Damian Hitz gestalteten Drehbühne am Kreuzlinger Seeufer, die an einen Schweizer Wohnblock erinnert. Bild: Mario Gaccioli

 

Das wird gespielt: „Die Schweizermacher“ wurde 1978 uraufgeführt. Der Film von Rolf Lyssy soll „als poppiges Musical vor idyllischer Kulisse des Bodensees“ inszeniert werden. Regie führt Leopold Huber. Gespielt wird am Bodenseeufer im Kreuzlinger Seeburgpark.

Darum geht’s: Die grosse Frage, ab wann man eigentlich zum Schweizer wird. Die Einbürgerunspolitik der Schweiz kommt unter die Lupe. Im Zentrum dabei sind drei neue AspirantInnen auf den begehrten Schweizer Pass: Das deutsche Ehepaar Starke, den Italiener Franceso Grimolli und die Balletttänzerin Milena Vakulic. Die ist zwar in der Schweiz geboren, hat aber jugoslawische Wurzeln. Das Stück verhandelt amüsant die Frage: Was muss man tun, wenn man unbedingt Schweizer werden will? Regisseur Leopold Huber will „beissende Gesellschaftskritik mit guter Unterhaltung und mitreissender Musik“ verbinden, heisst es in einer Medienmitteilung des Theaters.

Die Aufführungstermine & Tickets: Premiere ist am 15. Juli, 20.30 Uhr. Gespielt wird danach mehrmals in der Woche (insgesamt 20 Vorstellungen) bis zum 11. August. Alle Aufführungstermine und Infos zur Ticketreservation gibt es auf der Website des Theaters.

Die Coronaregeln vor Ort: Stand jetzt gilt eine Maskenpflicht, auch während der Vorstellung. Sollten Bund und Kantons die Massnahmen hierzu lockern, sind auch Änderungen möglich. Das Schutzkonzept werde jeweils den aktuellen Gegebenheiten angepasst, erklärt das See-Burgtheater in einer Medienmitteilung. Das Schutzkonzept sieht auch einen geordneten Ein- und Auslass, eine reduzierte Zuschauerzahl mit Abstand zwischen den unterschiedlichen Besuchergruppen. Ausserhalb der Zuschauertribüne sollte, wo immer möglich, 1,5 Meter Abstand zu anderen Personen gehalten werden. Im Eingangsbereich stehen Desinfektionsmittel zur Verfügung. Bei der Kartenreservierung werden Kontaktdaten registriert.


Ab 4. August: „Mirandolina“ bei den Schlossfestspielen Hagenwil

Regisseur Florian Rexer (links) und Präsident Karl Spiess (rechts) sind startklar für die Schlossfestspiele Hagenwil im FIAT NUOVA 500. Bild: Schlossfestspiele Hagenwil / Christoph Huser

 

Das wird gespielt: „Mirandolina“ von Carlo Goldoni. Im Original heisst das Stück „La Locandiera“ (Die Herbergswirtin). Entstanden ist das Werk im Oktober/November 1752. Die Uraufführung lief am 26. Dezember 1752 in Venedig. Die Hagenwiler Aufführung wird von Florian Rexer inszeniert.

Darum geht’s: Eine Frau, die den Männern zeigt, wo es lang geht. Mirandolina ist Wirtin eines Gasthauses in Florenz. Sie wird umschwärmt von Männern und wickelt alle um den Finger. Der Frauenverächter Cavaliere Ripafratta wird für sie zur Herausforderung. Um ihn zu überlisten und ihr Geschlecht „zu rächen“ entwickelt sie eine Strategie den Cavaliere einzuwickeln. Mit Erfolg. Dabei zeigt sich: In ihrem Wesen sind Mirandolina und der Cavaliere nicht so weit voneinander entfernt. Mirandolina ist am Ende eine Art weiblicher Don Giovanni, nur an der Eroberung und nicht am Besitz interessiert. Die Initiatoren der Schlossfestspiele versprechen auf ihrer Website „ein Intrigenspiel voller südländischer Leidenschaft mit Irrungen und Wirrungen des frivolen Kampfs um die Gunst der Liebe.“

Kinderprogramm: Neben dem Abendstück gibt es in Hagenwil auch in diesem Jahr wieder Programm für Kinder. Gezeigt wird „Des Kaisers neue Kleider“ nach einem Märchen von Hans Christian Andersen. Ein zeitloses Märchen von Weltruhm welches die Thematik von «Sein» und «Schein» in sich birgt. Dabei könne die Geschichte aktueller nicht sein, schreibe die Veranstalter auf ihrer Website: „Die Oberflächlichkeit und der Konsumrausch in Zeiten von iPhone und Top-Model-Shows sind alltäglich. «Des Kaisers neue Kleider» deckt die wahren Werte auf.“ Regie führt auch hier Florian Rexer.

Die Aufführungstermine & Tickets: Premiere von „Mirandolina“ ist am Mittwoch, 4. August. Danach wird bis zum 4. September wöchentlich von Donnerstag bis Sonntag gespielt. Beginn jeweils 20.30 Uhr. Das Kinderstück „Des Kaisers neue Kleider“ wird erstmals am Sonntag, 8. August, 15 Uhr, aufgeführt. Es folgen sieben weitere Aufführungen bis zum 1. September. Alle Termine im Überblick gibt es hier. Der Ticketvorverkauf läuft über die Website der Schlossfestspiele.

Die Coronaregeln vor Ort: Gemäss den Vorgaben des Bundes wird zwischen jeder Gruppe in den Zuschauerrängen im Schlosshof ein Platz frei gelassen. Der Abstand zur Bühne für die erste Reihe beträgt zwei Meter, das Tragen einer Mund-Nasen-Schutzmaske ist voraussichtlich freiwillig. Zu jeder Aufführung sind rund 120 Personen – etwa zwei Drittel der Besucher und Besucherinnen, die unter normalen Umständen im Wasserschloss Hagenwil Platz finden – erlaubt. Diese werden separat zu ihren Sitzplätzen geführt, damit der Mindestabstand zu anderen gewährleistet werden kann. Für das Einlasspersonal sowie die PlatzanweiserInnen gilt die Maskenpflicht.  Die Kontaktnachverfolgung erfolgt über die Bestellangaben beim Ticketkauf. Aktuelle Vorgaben zum Sicherheitskonzept sind auf der Internetseite der Schlossfestspiele hinterlegt.


Ab 20. August: „Moby Dick“ von der Theaterwerkstatt Gleis 5

Giuseppe Spina ist Käptn Ahab in der Moby-Dick-Inszenierung der Theaterwerkstatt Glelis 5. Bild: Markus Keller

 

Das wird gespielt: Herman Melvilles Klassiker „Moby Dick“. Der Roman ist 1851 erschienen. „Unwiederholbarer Höhepunkt des Melvilleschen Romanschaffens, Sammelbecken einer reichen europäischen Prosatradition, ist „Moby Dick“ bei aller Assimilierung ein höchst originelles Buch, ein Mythos uns Kunstgebilde sui generis und eines der bedeutendsten Prosawerke des 19. Jahrhunderts“, lobt Kindlers Neues Literaturlexikon. Gespielt wird die Theaterwerkstatt-Adaption im Hof des Natur- und Archäologiemuseums in Frauenfeld. Regie führt Markus Keller.

Darum geht’s: Rache, Besessenheit und der ewige Kampf des Menschen gegen die Natur. Im Zentrum steht die verzweifelte Jagd eines Mannes auf einen weissen Wal. Kapitän Ahab will mit allen Mitteln den Wal Moby Dick zur Strecke bringen, weil er in einem früheren Kampf mit diesem schon ein Bein verloren hat, die Rachlust treibt ihn nun an, das Tier erneut zu finden. Am Ende scheitert er an sich selbst - Ahab wird von seinem eigenen Harpunenseil in die Tiefe gerissen.

Video: Moby Dick mit Playmobilfiguren erklärt

Die Aufführungstermine & Tickets: Premiere ist am 20. August. Alle weiteren Termine sind noch nicht bekannt.

Die Coronaregeln vor Ort: Bislang gibt es hierzu noch keine Angaben seitens des Theaters, aber die Regeln werden sich denn im August geltenden Vorgaben anpassen.

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